Zu den Gründungsmitgliedern der Interessengemeinschaft saubere Umwelt gehörten die Recyclingorganisationen Igora-Genossenschaft für Aluminium-Recycling und der Verein PRS ? Pet-Recycling. In den letzten Jahren ist die IG saubere Umwelt (IGSU) kontinuierlich gewachsen und konnte die Recyclingorganisation VetroSwiss (Glasrecycling) für ein Mitmachen gewinnen. Ergänzend kamen die beiden Detailhandelsriesen Migros und Coop sowie McDonald?s, Schweizer Presse und Tetra Pak neu dazu.

Den Schwerpunkt in diesem Jahr setzt wiederum das Botschafter-Duo Urs Freuler und Cédric Québatte. Die beiden sind mit ihren Recyclingmobilen in verschiedenen Schweizer Städten auf Tournee und klären auf, wo immer sie auf Abfallsünder treffen.

Das ist allerdings keine einfache Aufgabe. Die Nerven verlieren die beiden trotzdem nie. Freundlich und kompetent versuchen sie, ohne drohenden Zeigefinger zu informieren und aufzuklären. Urs Freuler meint denn auch zu seiner Arbeit: «Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein.» Dass der Einsatz langfristig Erfolg haben wird, davon sind auch die neuen bei der IGSU mitwirkenden Organisationen überzeugt.

Die IG ist breit abgestützt

Für Christine Luther, die Umweltverantwortliche beim Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), Zürich, ist wichtig, dass die IG saubere Umwelt breit abgestützt ist. Luthers Meinung: «Alle sollen mit innovativen Ideen zur Problemlösung beitragen. Mit den Botschaftern ist die IG saubere Umwelt auf dem richtigen Weg.»

Anzeige

Ähnlich tönt es beim Verband Schweizer Presse, der Dachorganisation der Schweizer Printmedien. Catherine Mueller, Mitglied der Geschäftsleitung, findet, dass das Bewusstsein des Einzelnen für das Littering sensibilisiert werden soll und schätzt die IGSU-Aktivitäten.

Auch Stefan Bürki, Director Supply Chain von McDonalds?s Suisse, teilt die Meinung: «Die IGSU ist die ideale Plattform für gemeinsame und koordinierte Aktivitäten aller an einer saube- ren Umgebung interessierten Kreise.»

Nicht nur Abfallsünder werden durch die IG saubere Umwelt informiert. Alle ? im Speziellen aber Gemeinden und Städte ? können bei der IGSU die bekannten Littering-Plakate im Format 90 x 128 cm kostenlos bestellen. Litteringszenen in vertrauter und lieb gewonnener Umgebung wie zu Hause, in der Boutique oder in der Bar motivieren plakativ zum Mitmachen, gebrauchte Verpackungen nicht einfach auf den Boden zu werfen. Zudem stellen Igora und Pet-Recycling Sammelbehälter für Alu- und Pet-Getränkegebinde zur Verfügung.

Grossanlässe als ideale Plattform

Klar, dass die IGSU auch bei Grossereignissen auf den Plan tritt. Während der Fussball-EM Euro 08 der Uefa sensibilisiert die IG saubere Umwelt das fussballbegeisterte Publikum. Ein pfiffiger Anti-Litteringspot informiert die Fans in den Host Cities, in den Stadien und in den UBS-Arena-Standorten auf humorvolle Art (siehe Seite 78). Er konnte dank der Koordination der Projektgruppe Nachhaltigkeit Uefa Euro 2008 gemeinsam mit der Euro 2008 SA, ERZ Entsorgung + Recycling Zürich, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und österreichischen Partnern realisiert werden und flitzt dort auch über die Screens.

Ihr Engagement für eine saubere Schweiz wird die IG saubere Umwelt weiter ausbauen. So ist einerseits eine breitere Abstützung der beteiligten Mitglieder geplant, anderseits stecken bereits weitere Aktivitäten für mehr Sauberkeit in der Pipeline. Ziel ist, die Verantwortung jedes Einzelnen damit zu fördern.

 

 

NACHGEFRAGT Urs freuler, Botschafter der IG saubere Umwelt, Zürich


«Unsere Aufklärungsarbeit trägt Früchte»

Seit drei Jahren ist Urs Freuler Chef-Botschafter der IG saubere Umwelt. Er klärt Unterwegs-Geniesser im Umgang mit Abfall auf.

Macht Ihnen Ihre Aufgabe als Botschafter der Nation nach wie vor Spass?

Urs Freuler: Ja, sehr sogar. Mein Kollege Cédric Québatte und ich schätzen den Kontakt zur Bevölkerung. Wir sind auch sicher, mit unserer Aufklärungsarbeit Gutes für die Umwelt leisten zu können.

Gibt es besondere Erlebnisse bei Ihren Einsätzen?

Freuler: Solche gibt es natürlich tagtäglich ? angenehme, aber auch solche, die weniger Freude machen. Eine kurze Episode in St. Gallen, wo wir vom 5. Mai bis am 6. Juni 2008 auf Tournee waren, hat mich speziell überrascht. Plötzlich packte mich ein ungefähr 20-jähriger Mann und meinte: «Seit seiner letzten Begegnung mit mir würfen er und seine Kollegen die Zigis nicht mehr einfach auf den Boden.»

Welches sind Ihre nächsten Stationen als Botschafter der IGSU in diesem Jahr?

Freuler: Zurzeit sind wir in Zürich rund ums Seebecken unterwegs. Ab dem 25. August bis zum 26. September 2008 steht die Stadt Basel auf unserem Programm. Zwischendurch-Einsätze an grösseren Events kommen spontan hinzu.

Wie sehen Sie die Zukunft des Litterings. Wird Ihre Aufklärungsarbeit Früchte tragen?

Freuler: Ich kann mir vorstellen, dass der politische Druck in nächster Zeit zunehmen könnte. Die Abfallsünder werden umdenken müssen, ansonsten sie mit Bussen bedacht werden. Unsere Einsätze als Botschafter sind wertvoll und werden langfristig ohne Zweifel Früchte tragen. Die vorher beschriebene Reaktion in St. Gallen ist ein sehr gutes Beispiel für den Erfolg unserer Aufklärungs- und in gewissem Sinne auch Erziehungsarbeit.