Null-Fehler-Prinzip, engste Toleranzfelder, eine 100-prozentige Versorgungssicherheit, verbunden mit einer investitionsfreudigen Unternehmenskultur - all diese Herausforderungen gilt es als Automobilzulieferer zu meistern. Und es braucht auch einen langen Atem. So ziehen sich denn regelmässig neue Projekte von der ersten Anfrage bis zur Serienproduktion über mehrere Jahre hin. So auch bei Lenksäulen, die die Verbindung vom Steuerrad zum Lenkgetriebe sicherstellen.

Das Rohr löst das altbekannte Blech ab

Bei den Lenksäulen der europäischen Autohersteller hat das Rohr Einzug gehalten. Waren früher noch Anwendungen aus Blech Standard, sind heute Rohrlösungen auf dem Vormarsch. Dies dank einer Reihe von handfesten Vorteilen: Weniger Gewicht mit engeren Toleranzen in Herstellung und Bearbeitung ergeben eine deutliche Preiseinsparung. So können die immer höheren Anforderungen an Sicherheit und Komfort bestens abgedeckt werden. Der Führungskasten, der den inneren Teil der Lenksäule umfasst und auf einer Stahlrohrlösung basiert, hat mittlerweile bei vielen Modellen Einzug gehalten. Unter anderem beim neuen Audi A1 oder auch beim Porsche Panamera. Die Kindlimann AG im sanktgallischen Wil fertigt mittlerweile über 1,5 Millionen solcher Führungskästen mit stetig steigender Tendenz.

Das Kindlimann-Erfolgsrezept kann mit dem Prinzip der Multi-Step-Bearbeitung beschrieben werden. So werden am Führungskastenrohr, das bereits beim Herstellprozess hohe Anforderungen an die Oberflächengenauigkeit erfüllen muss, die folgenden Bearbeitungen durchgeführt: Trennen, fasen, Löcher und Prägung stanzen, reinigen und konservieren. Dies unter Berücksichtigung von engsten Toleranzen, die beispielsweise beim Stanzen bei 5/100 Millimetern liegen. Diese mehrstufigen Dienstleistungen sind mit umfangreichen Investitionen in Anlagen und Personal verbunden. Entsprechend sind in mehrere Bearbeitungscenter, wie beispielsweise zum spänefreien Trennen oder zum Stanzen, knapp 2 Millionen Franken investiert worden.

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Die Entwicklungen bleiben nicht stehen. Bereits stehen die nächsten Herausforderungen an, die den Weg vom Fertigungsspezialisten zum Systemlieferanten beschleunigen sollen. Unter anderem stecken Projekte zum Einsatz von neuen, gewichtsparenden Profilformen sowie von weiteren Bearbeitungen rund um den Führungskasten in der Pipeline. Dies alles mit dem Ziel, die Wertschöpfungskette rund ums Rohr weiter zu vertiefen.