Die ambitionierten Pläne von Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns, gegen Ende dieses Jahrzehnts die Nr. 1 der Welt - Toyota Motors - als grössten Autohersteller abzulösen, beeinflussen auch die Verantwortlichen im Nutzfahrzeugbereich des Wolfsburger Konzerns. Wolfgang Schreiber, Sprecher des Markenvorstands Volkswagen Nutzfahrzeuge, hat sich - wie er vor der Presse in Hannover betonte - zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr einen neuen Verkaufsrekord zu erreichen. Konkret will er das Absatzvolumen von 447 000 Fahrzeugen im Jahr 2008 übertreffen. Realisieren will er dieses Ziel nicht zuletzt mit drei Modellneuheiten, dem VW Caddy, dem Pick-up Amarok und dem Transporter T5, die VW an der IAA Nutzfahrzeuge präsentierte.

Die aktuellen Verkaufszahlen in diesem Jahr stützen den Optimismus Schreibers. Bis Ende August verkaufte VW Nutzfahrzeuge insgesamt 269 800 Fahrzeuge der leichten Baureihen Caddy, T5, Crafter und Amarok sowie 228 400 brasilianische Modelle Saveiro und T2. Ein Plus von 18% gegenüber der Vorjahresperiode.

Tiefgreifende Modellerneuerung

Die beiden Erfolgsmodelle im Nutzfahrzeugbereich von VW, der Transporter T5 und der Multifunktions-Van Caddy, erfuhren eine tiefgreifende Modernisierung. Den Caddy prägen ein komplett neues Ausstattungsprogramm, ESP als Serie, erneut tiefere Unterhaltskosten durch die Start-Stopp-Automatik (Fahrzeug stellt an der Ampel ab) sowie die BlueMotion-Technologie. «Mit diesen Massnahmen haben wir den Caddy zu einem der innovativsten und sichersten Kompakt-Vans gemacht», stellte Wolfgang Schreiber fest. Vier neue Ausstattungslinien und sechs neue TDI- und TSI-Vierzylindermotoren verbessern die Einsatzmöglichkeiten des Caddy deutlich. In der Schweiz erfolgte der Verkaufsstart am 23. September mit Preisen ab 18 200 Fr. beziehungsweise ab 35 140 Fr. für den Caddy Maxi.

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Bulliger Pick-up

Mit dem in Südamerika gebauten Amarok präsentiert VW ein robustes «Arbeitstier» für den harten Einsatz in Gewerbe, Bau und Landwirtschaft, dessen maximale Zuladung 1,26 t beträgt. Angetrieben wird der Amarok von einem TDI-Motor mit 2,0 l Hubraum und einer Leistung von 120 kW/163 PS oder vom neuen TDI-Motor mit 90 kW/122 PS. Optional sind für beide Versionen eine Differenzialsperre an der Hinterachse sowie eine Heavy-Duty-Federung. Serienmässig sind ESP, Frontairbags und Seitenairbags. Der Amarok startet in der Schweiz am 21. Januar 2011 in der Version mit Doppelkabine ab 38 550 Fr. Die Version Single Cab folgt im späteren Frühjahr 2011. Eine Besonderheit für seine Klasse ist nach Angaben von Volkswagen der permanente Allradantrieb. Je nach Bedarf verteilt das Torsen-Differenzial die Antriebskräfte im Verhältnis 50:50 bis zu 10:90 und stellt damit eine gute Traktion sicher. Darüber hinaus sorgen im schweren Gelände gezielte Bremseingriffe dafür, dass stets das Rad mit der besten Traktion die meiste Motorkraft erhält. Der Amarok ist neben der Grundversion in den zwei Ausstattungslinien Trendline und Highline lieferbar. Wobei Letzterer über ein schon luxuriös anmutendes Interieur verfügt.

Noch ein Wort zum neuen Transporter T5, der schon seit einigen Monaten im Verkauf steht. Ausgestattet mit der BlueMotion-Technologie, kommt der T5 auf einen Verbrauch von 6,8 l auf 100 km sowie 179 g CO2 pro Kilometer. Erreicht wird diese Reduktion mit verschiedenen Massnahmen, dazu gehören eine Start-Stopp-Automatik, rollwiderstandsarme Reifen, aerodynamische Massnahmen sowie ein Rekuperationssystem. Letzteres erhöht beim Abbremsen des Fahrzeuges die Spannung der Lichtmaschine und trägt damit zum Nachladen der Fahrzeugbatterie bei.