Der «Miami Herald» gehört zu den grössten Zeitungen der USA. Der Verlag wagt nun einen Schritt, der womöglich auch in anderen Unternehmen Schule machen könnte: In einem Brief an die Leser kündigte Chefredaktorin Aminda Marqués González an, dass die Nachrichtenredaktion im August aufgelöst wird. Die Mitarbeiter werden auch in Zukunft von zuhause aus arbeiten. 

Bei Twitter gibt es für immer Homeoffice

Twitter wird den Mitarbeitern erlauben, uneingeschränkt im Homeoffice zu arbeiten. Auch andere Tech-Konzerne stellen solche Überlegungen an. Mehr dazu hier

Die Coronavirus-Pandemie habe die Fähigkeit der Mitarbeiter, aus der Ferne zu arbeiten, beschleunigt, schreibt González. Seit Mitte März würden die meisten Mitglieder der Redaktion tele-arbeiten. Von der Corona-Pandemie bis hin zu den aktuellen Protesten in den USA habe man dank Technologie und neuen Kommunikationsmitteln nichts ausgelassen («skipped a beat»). 

Die Devise der Zeitung sei klar: «Statt in Büros wolle man in Menschen investieren.» Die Büroräume von heute seien nicht mehr wie die Büroräume von morgen – vor allem wenn es um Social Distancing und die Sicherheit der Mitarbeiter gehe, schreibt die Chefredaktorin. Man wolle diesen Kurs sicherlich bis Ende des Jahres fahren und dann die Situation neu überdenken. 

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Auch der Kurznachrichtendienst Twitter hat Mitte Mai angekündigt, dass die Mitarbeiter nach der Corona-Krise weiterhin und uneingeschränkt im Homeoffice arbeiten können, wenn sie es wünschen. 

«Falls unsere Beschäftigten in einer Rolle und Lage sind, die es ihnen erlauben, von Zuhause aus zu arbeiten, und sie für immer damit weitermachen wollen, werden wir das möglich machen», erklärte die Firmenleitung damals. 

Folgen noch weitere Unternehmen?

Ob der Schritt zum ständigen Homeoffice aus Kostengründen erfolgte oder in die Firmenphilosophie von Twitter verankert wurde, liess der Technologiekonzern in seiner Mitteilung offen.

Die Frage ist, ob weitere Unternehmen solche Überlegungen tätigen, gänzlich auf das Homeoffice zu verzichten, um Büromieten zu sparen. Insbesondere etwa auch in einer teuren Stadt wie San Francisco – oder vielleicht auch hierzulande?

(tdr)