Wir stellen eine Soft- und Hardware-Lösung für das Prozessmanagement im Vor-Ort-Service her», erklärt Markus von Grünigen, Firmenchef der Satwork. Dahinter steckt ein praktisches Werkzeug, mit dem sich mittels Informatik Serviceeinsätze optimieren lassen. Die Geschichte von Satwork begann, als die Kanalreinigungsfirma Rohrmax AG vor ein paar Jahren mit ihrer Serviceflotte von 90 Fahrzeugen an administrative Grenzen stiess. Deshalb wurde in einem firmeninternen Projekt eine Lösung entwickelt. Die funktionierte so gut, dass sich eine kommerzielle Vermarktung aufdrängte. So wurde 2002 Satwork als Spin-off gegründet.

Rohrreiniger, Polizei, Ambulanz

«Die Herausforderung war nun, aus dem Projekt ein Produkt zu machen», sagt von Grünigen. Auf dieses laufend weiterentwickelte Tool setzen heute nicht nur Rohrreiniger und -sanierer, sondern auch Hausreiniger oder IT-Dienstleister. Ebenso verlassen sich Polizei- und Ambulanzdienste auf Satwork. «Für diesen Einsatz sind wir der Lösungspartner von Siemens», so der Chef.

Satwork lässt sich dank einer flexiblen Architektur an die Bedürfnisse verschiedener Branchen anpassen. «Die besonderen Stärken kann das System bei unregelmässigen Einsätzen und kurzfristigen Interventionen ausspielen», betont von Grünigen. Voraussetzung ist, dass Aussen- und Innendienst über Mobilfunk miteinander verknüpft sind und via Handheld oder Bordrechner ständig kommunizieren können. Hinzu kommen die Lokalisation und Navigation mit Hilfe von GPS.

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Weniger Fehler, mehr Qualität

Dadurch kann die Zentrale die Monteure bei der Disposition und Auftragsabwicklung optimal einsetzen. Für prozesskritische Daten nutzt man das SMS-Netz, das dank der besten Flächenabdeckung am zuverlässigsten funktioniert. Der gesamte Prozess lässt sich mit Satwork flexibel planen und dynamisch steuern sowie schnell und effizient abrechnen, weil von der Auftragsannahme bis zur Verrechnung an den Kunden alle Schritte ins System integriert sind.

Die Vorteile dieses Prozessmanagements sind im Vergleich zu herkömmlichen Methoden beträchtlich. «Handgeschriebene Rapporte waren früher eine riesige Fehlerquelle», gibt von Grünigen zu bedenken, «und die Koordination der Einsätze über Telefon war ineffizient und ungenau.» Satwork hat solche Schwachstellen ausgemerzt. Zur Planungshoheit der Zentrale kommt nun Transparenz in jeder Phase eines Auftrages. Die Disponenten wissen stets, wo sich die Monteure aufhalten. Für die Serviceleute entfallen lästige Arbeitswege wie zum Abliefern der Rapporte bei der Zentrale. Die Monteure operieren jetzt direkt von ihrem Zuhause aus, steigen am Morgen ins Fahrzeug, schalten den Bordrechner ein und signalisieren so ihren Arbeitsbeginn.

Produktivität gesteigert

Die Firmen verschaffen sich mit der Satwork-Lösung klare Wettbewerbsvorteile. Es unterlaufen weniger Kommunikationsfehler, Leerfahrten und Leerzeiten gibt es kaum mehr. Bei der Rohrmax etwa betreut ein Disponent heute zwölf statt drei oder vier Fahrzeuge. Pro Monteur lassen sich mehr Arbeitsstunden verrechnen, die Telefonkosten pro Fahrzeug sind gesunken und in der Fakturierung arbeiten weniger Personen. Die Fehlerquote bei Rapporten und Rechnungen sowie die Kilometerleistung der Flotte wurden reduziert. Das führte zu einer erheblichen Produktivitätssteigerung.

«Satwork beginnt sich ab Einsatzflotten von 10 bis 15 Fahrzeugen zu lohnen, wofür rund 100000 Fr. zu investieren sind», rechnet von Grünigen vor. Gekauft werden können auch Teillösungen. Das System ist modular aufgebaut, verfügt über Schnittstellen zu gängigen ERP-Systemen und basiert auf Standards wie Microsoft Windows. Zudem braucht es robuste Endgeräte, die Satwork von spezialisierten Partnern zukauft.

«Wir beschäftigen uns vor allem mit der Weiterentwicklung der Software», verrät der Chef. Denn Satwork möchte weiterwachsen. Dabei fokussiert man sich vorerst primär auf die Schweiz. «Wir operieren in einem Bereich, wo sich mittels Informatik noch ungeheure Wertschöpfung erzielen lässt», deutet von Grünigen das Marktpotenzial an. In fünf Jahren soll das Kleinunternehmen personell und umsatzmässig mindestens doppelt so gross sein wie heute. Zusätzlichen Schub verspricht er sich von Produkten wie Autopage, einer Lösung für die Überwachung kritischer Infrastrukturen.