«Das Geschäft mit den Tankstellenshops ist lukrativer als eine Tankstelle», sagt Migros-Sprecher Urs Peter Naef. In Zukunft kann deshalb Shell die 80 grössten Migrol-Tankstellen beliefern, während Migros 62 Shops der grössten Shell-Tankstellen bedienen darf.

Wie viel lukrativer, das sagt Jürg R. Kretzer, Sprecher der Coop Mineralöl: «Die Marge im Tankstellengeschäft ist mit 1.75 Rp. pro Liter Benzin gering im Vergleich mit einer Bruttomarge von 25 bis 30% im Convenience-Geschäft». Coop Mineralöl führt neben den Tankstellen auch die Coop-Pronto-Geschäfte und ist der führende Anbieter im Convenience-Geschäft. Coop ist an diesem Unternehmen mit 5% beteiligt. Man könne auch an der Tankstelle Geld verdienen, erklärt Kretzer, «aber nur mit grossen Mengen im Benzinverkauf».

Profitable Mobilität

Das Convenience-Geschäft ist der grösste Wachstumszweig im Schweizer Lebensmittelhandel. Auf 4,3 Mrd Fr. wird dieser kleinflächige Detailhandel geschätzt. Dabei hat Migros einen grossen Nachholbedarf. Rivale Coop hat den Weg vorgezeichnet: Die Basler führen heute 197 Coop-Pronto-Läden und setzten 2007 470 Mio Fr. um. Der Umsatz entwickelte sich auch dieses Jahr zweistellig. Im August wird der 200. Coop-Pronto-Shop eröffnet. Migros und Shell wollen erst innerhalb der nächsten zwei Jahre mindestens 160 Migrolino Stores an Tankstellen sowie an Bahnhoflagen betreiben.

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Mit den Avec Shops, einer Kooperation mit Valora, ist Migros nicht vorangekommen. Nun hofft der orange Riese auf seinen neuen Partner. Migrolino soll zudem auch die M Industrie ankurbeln, welche Produkte liefern wird.