Patrick Marti, Verkaufsdirektor von Saia-Burgess Controls, weiss: «Automation ohne Grenzen, das wäre für die Anwender schön.» Doch sowohl im Industriebereich als auch bei Steuerungen in Gebäuden oder Anlagen beherrschten grosse Anbieter das Feld – jeder mit seinen spezifischen Systemen. «In der Automationswelt sieht es noch immer aus wie bei uns im Mittelalter: Kleinstaaterei, Regionalfürsten sowie Grenzbehinderungen überall. Jeder Hersteller grenzt sein Gebiet bzw. System ab», heisst es dazu in der Firmenzeitschrift von Saia.

Konsequent in der Umsetzung

Die unangenehme Folge davon sei, dass die Anwender unter den Tücken der heutigen Systeme leiden, statt dank freier Wege durch Automation längerfristig mehr Geld zu verdienen. Im Einzelnen nennt Marti folgende Mängel:

Wenig homogene Systeme – vor allem zwischen den Herstellern, aber oft auch zwischen den verschiedenen Generationen. Das ist aufwendig, in Stunden wie in Franken.

Abhilfe durch die Wahl von bloss einem Lieferanten bringt starke Abhängigkeit. Oft klettern so die Kosten exzessiv.

Bei der Alternative, dank der Wahl unterschiedlicher Hersteller die optimale Anlage zu betreiben, übernimmt niemand Verantwortung für das Gesamtsystem.

Bisher brachte zunehmende Automation immer eine Verlagerung von produktiv Beschäftigten hin zu qualifizierten Leuten für Unterhalt sowie steigende Fixkosten.

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Unbefriedigend sind nach Marti auch häufig die Kommunikationsfähigkeit der Automationssysteme und der Zugriff auf die erhobenen Daten. Neben den üblichen OPC und den proprietären Lösungen berücksichtigt kaum ein Anbieter, wie sein System einfach über dessen Grenzen hinaus transparent und unabhängig eingebunden werden könne.

Aus diesen Überlegungen gehe Saia-Burgess Controls seit Jahren einen anderen Weg. «Statt proprietäre oder pseudo-offene Lösungen verfolgen wir eine offene Architektur. Da sind wir weltweit die Einzigen, die es konsequent umsetzen», freut sich Marti. Technisch heisse das, dass Saia seine Steuerungen mit Standardtechniken der IT-Welt ergänzt und zu offenen Servern gemacht hat. Als ideale Ergänzung der traditionellen Automatisierungstechnik dienen zum Beispiel echte Html- und Java-basierte Web Server für das Bedienen und Beobachten, Touch Screens mit eigenen Browsern zeigen ohne Umweg Daten der Steuerung an, und integrierte FTP-Server, File-Systeme und CGI-Interfaces tauschen direkt zwischen Servern und Steuerungen Daten aus. So bleiben Daten immer greifbar, ohne weitere Lizenzkosten oder zusätzliches Engineering. TCP/IP, USB oder Http erlauben den IT-konformen Zugriff einfach, von jedem System aus und von überall her.

Das erleichtere die Einbindung in Managementsysteme, sei es für einfaches Abholen und Überspielen der Daten von Regel- und Anzeigekomponenten mittels CSV (comma separated value file) oder in ein komplexes ERP (enterprise ressource planing) als Führungsinstrument. Zugleich bedeute die Lösung günstige Kosten über den gesamten Lebenszyklus. Sie reduziere auch die Komplexität und erlaube, mit dem vorhandenen Personal viel mehr zu erreichen.

Grossauftrag für das Westside

Jüngste Markterfolge von Saia-Burgess Controls sind das kürzlich eröffnete Einkaufs- und Erlebniszentrum Westside in Bern. Rund 300 Wärme- und Elektrozähler sowie rund 300 Regler werden über das PCD3-SPS-System von Saia gesteuert. Dazu gehören ebenso 70 Touch-Screen-Panel. Das erlaubt, von vielen Orten aus einzugreifen.

Noch grösser war der Auftrag der Neat für den Lötschberg. Rund 2500 Steuerungseinheiten von Saia sichern das Funktionieren der Anlagen zur Klimatisierung von Steuerungskasten, von Lüftung, Stromversorgung sowie Kommunikation im 34,6 km langen Basistunnel und zu den Leitzentralen.

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