FINANCE FORUM. Bei der Banken-IT haben sich inländische Anbieter mit neuen Standardlösungen profiliert. Profitiert auch das Finance Forum von dieser «Swissness»?

Jacqueline Schleier:

Das Finance Forum ist klar als Schweizer Anlass positioniert und in der hiesigen Bankenszene sehr gut verankert. Der Erfolg unserer Veranstaltung liegt sicher in dieser lokalen Vernetzung. Damit ist sichergestellt, dass wir wirklich diejenigen Themen behandeln, die für den Finanzplatz Schweiz relevant sind. Dies heisst aber nicht, dass wir unse-re Augen vor Trends im Ausland verschliessen.

Die gute Ertragssituation hat die Ausgabenfreudigkeit für neue IT-Projekte gefördert. Sind auch die Marketingbudgets entsprechend angewachsen?

Schleier: Sicher fällt es in der jetzigen Wirtschaftlage einfacher, Marketingbudgets zu erhalten. Ja, hier hat sich klar eine Entspannung abgezeichnet. Auf der anderen Seite gibt es Anbieter, die aufgrund der grossen Projektpipeline lieber etwas weniger Marketingaktivitäten entwickeln, um nicht noch mehr Personalengpässe bei der Implementation von Kundenprojekten zu haben. Heute haben Banken und IT-Firmen mit Personalengpässen zu kämpfen. Wir haben denn auch dem Thema «War for Talents» einen eigenen Konferenztrack gewidmet.

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Im günstigen konjunkturellen Umfeld scheint der Kostendruck weniger gross als früher. Ist die Konsolidierung im Bankgewerbe ins Stocken geraten?

René Meier:

Wir werden in den nächsten Jahren sicher noch eine weitere Konsolidierung erleben. Insbesondere bei kleineren Privatbanken erwarte ich eine Fortführung dieser Entwicklung. Veraltete IT- Systeme, die immer steigenden regulatorischen Anforderungen, Kostendruck, Personalmangel und immer komplexere Kundenerwartungen werden weiterhin für eine Konsolidierung sorgen. Durch die komfortable Ertragslage wird dieser Prozess etwas verlangsamt, aber sicher nicht aufgehalten.

Das Finance Forum widmet sich mit der Security World in einem separaten Teil dem Thema Sicherheit. Gibt es in diesem Bereich bei den Banken noch Defizite?

Meier: Wir haben die Security World lanciert, weil Sicherheit bei den Banken, aber auch bei anderen Unternehmen von ganz zentraler Bedeutung ist. Ein Defizit kann schnell entstehen, wenn man sich nicht permanent mit diesem Thema auseinandersetzt und mit den führenden Experten auf diesem Gebiet den Gedankenaustausch sucht. Unter diesem Aspekt haben wir die Themenwelten im Finance Forum geplant.

Die virtuelle Finanzwelt wird ebenfalls thematisiert. Welche neuen Geschäftsmodelle sind in diesem Business denkbar?

Schleier: Hier gibt es schon unterschiedlichste Ansätze. Zu einer virtuellen Ökonomie gehören zahlreiche Bankendienstleistungen wie Zahlungsmittel samt Währungskursen. Ein ganz wichtiger Bereich ist die neue und kreative Art der Ausbildung und der Rekrutierung neuer Talente. Man kann sich auch den Verkauf virtueller Güter etwa über E-Auktionshäuser vorstellen. Interessant sind zudem hybride Geschäftsmodelle, die quasi übergreifen von der realen zur virtuellen Welt und umgekehrt. Präsentationen und Video Streaming aus dem realen Leben funktionieren in Second Life. Umgekehrt können Video Streaming oder SMS-Texte aus dem Second Life in die reale Welt übertragen werden, wie wir es auch am Finance Forum live demonstrieren werden.

Sie hegen bereits Pläne für 2008. Was soll dann neu werden?

Meier: Unter dem Projekttitel «New Finance Forum» planen wir einige Neuerungen. Getreu unserem Leitsatz «Qualität statt Masse» werden wir insbesondere die Attraktivität der Ausstellung für Besucher und Aussteller weiter steigern. Networking und spontaner Gedankenaustausch sollen noch mehr gefördert werden. So wird die ganze Ausstellung in Themenwelten mit integrierten Networkingzonen und Speaker-Cornern gegliedert. Dies ist aber nur durch eine Reduktion der Anzahl Aussteller möglich. Lassen Sie sich überraschen. Zudem lancieren wir in Genf den Finance Summit. Dieser wird am 2. Oktober 2008 erstmals im Grand Hotel Kempinski stattfinden und sich primär an die Genfer Privatbanken richten. Wir wollen mit dem Finance Forum vermehrt in den wichtigsten Finanzmärktem im In- und später im Ausland präsent sein.

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