Es ist nicht einfach, mit einer derartigen Historie und Vergangenheit den heutigen Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Die Marke war vor 90 Jahren von André Citroën gegründet worden, gehört aber heute zusammen mit Peugeot zum PSA-Konzern, Europas zweitgrösstem Autohersteller. Dennoch hat Citroën einen grossen Teil seiner Eigenständigkeit bewahren können, steht doch die Marke im Ruf, Autos der besonderen Art zu bauen.

Die aktuelle Modellpalette reicht vom Kleinwagen C1 bis hin zu den Oberklasse-Limousinen C5 und C6. Zum Angebot gehören ausserdem die heute beliebten Familien-Vans C3 sowie C4. Sie alle tragen Elemente aus einer berühmten Vergangenheit in sich.

Der C1 soll zumindest im Ansatz Erinnerungen an die einst berühmte «Ente», den 2 CV («Döschwo»), aufkommen lassen, das Kultauto junger Leute in den 60er- und 70er-Jahren schlechthin. Mit ihm versuchten diese damals, ihrem Lebensgefühl Ausdruck zu geben und ein Zeichen zu setzen, dass sie sich von der übrigen Konsumgesellschaft absetzen wollten.

Anders sein als die anderen

Gewisse Eigenschaften des heutigen C1 weisen zwar in Richtung 2 CV; so ist dem C1 eine gewisse Originalität nicht abzusprechen, er gilt auch als praktisches, sparsames Modell, brauchbar für den urbanen Verkehr. Es sind dies alles Eigenschaften, die darauf hinweisen, dass sein Besitzer einen etwas anderen Lebensstil als die Allgemeinheit pflegt. Doch zum Kultauto hat es dem C1 trotzdem nicht gereicht. Das mag wohl auch daran liegen, dass heutzutage die Auswahl bedeutend grösser als früher ist und es demzufolge für ein einzelnes Modell viel schwieriger wird, eine dominierende Stellung einzunehmen, vom Erreichen eines Kultstatus ganz zu schweigen.

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Auch den populären Familien-Vans versucht Citroën eine besondere Note zu geben. Das neueste Modell aus dem Segment, der C3, wurde erstmals auf dem Genfer Automobilsalon im März gezeigt.

Dass Citroën eben anders sein will als die Konkurrenten, bringt die zusätzliche Bezeichnung für die Vans zum Ausdruck. Den Markenverantwortlichen ist es gelungen, sich den Namen Picasso zu sichern. Die Bezeichnung soll deutlich machen, dass Citroën für besondere Kunden mit einem exklusiven Geschmack gedacht ist.

Anlehnung an den Maler

Um dem Anspruch in Verbindung mit dem berühmten Namen gerecht zu werden, wurde dem C3 Picasso ein Karosseriedesign verpasst, das an den ganz besonderen Malstil und die Formensprache des berühmten spanischen Künstlers erinnern soll. Dies ist Citroën zumindest in dem Sinn gelungen, als dass der C3 die Blicke auf sich zieht. Ob er gefällt, ist Geschmacksache. Damit hat das Auto etwas mit den Werken des berühmten Malers gemein.

Aber natürlich gehört auch das Praktische zu einem Fahrzeug, gerade dann, wenn es den Namen Picasso trägt. Deshalb erschöpft sich der C3 nicht nur in einem augenfälligen Äusseren. Im Innern wartet der Wagen mit viel Platz und bequemen Sitzen auf. Das alles auf einer Länge von lediglich 4,08 m, womit der Wagen um fast 20 cm kürzer als der VW Golf ist.

Citroën pflegt aber auch das Erbe seiner Limousinen. Am Anfang stand das Modell Traction Avant. Es rollte erstmals in den 30er-Jahren auf die Strasse und lief bis in die 50er-Jahre hinein vom Band. Seine Besonderheit: Der Vorderradantrieb, eine Bauweise, die sich heute bewährt hat.

1954 wartete Citroën für das Modell mit einer besonderen Innovation auf, der hydropneumatischen Federung. Das System wurde weiterentwickelt und in die unvergessene DS-Reihe eingebaut. Mit dem Fahrwerk liess sich ein Komfort erreichen, der für damalige Zeiten einzigartig und wegweisend war. Es stand Pate für die heutigen, elektronisch gesteuerten Federungen, die meist in Modellen der Luxusklasse zu finden sind.

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Komfortkönig in der Oberklasse

Citroën hat das System fortlaufend auf den neuesten Stand gebracht und bietet es in den Oberklasselimousinen C5 und C6 an. Beide Modelle sollen jedoch nicht nur in Sachen Technik an die wegweisende DS-Reihe erinnern. Design, Platzverhältnisse und Fahrkomfort sind ebenfalls Elemente, damit das Citroën-Erbe auch heute gute Gründe liefert, eine Oberklasse-Limousine aus Frankreich zu kaufen.