Da steht sie - die preisgekrönte Halle. Was für ein Architekt, welch mutiger Bauherr, diese Planung und dieser Lichteinfall. Schön und gut! Ohne entsprechende Aufträge von ökologisch und wirtschaftlich denkenden Bauherren und ohne visionäre Pläne von ästhetisch anspruchsvollen Architekten wird die Stahl- und Metallbaubranche der Schweiz ihr Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen können.

Doch im Zeitalter von 3D geht manchmal ein wenig vergessen, dass beispielsweise die preisgekrönte Halle nicht nur geplant wurde. Sie wurde effektiv in Real-3D auch gebaut. Und das heisst unter anderem Tonnen von rezykliertem Stahl in filigrane Strukturen verwandeln, Schweissen von hochbeständigen Stählen oder präzises Verbinden - Arbeit für harte Kerle der alten Schule?

Oder wer will heute diese Arbeit (noch) machen? Mütter und Väter drängen manchmal auf eine «saubere, sichere» Tätigkeit - zum Beispiel in einer Bank oder bei einer Versicherung. Sie verkennen, dass der Metallbau-Lernende von heute einmal der Inhaber oder Chef einer Firma sein kann und Aufträge an Banken und Versicherungen vergibt. Ihnen wurde noch nicht gesagt, dass zeitgemässes Handwerk im Metall- und Stahlbau eine besondere Mischung von Bodenhaftung, Innovation und Gestaltungsspielraum erlaubt. Diese «stahlharten» Macherinnen und Macher sind letztlich leidenschaftliche Gestalter. Was sie schaffen, hält 50 und mehr Jahre - es ist ersichtlich. Das vermittelt ein unglaublich gutes Gefühl!

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Junge Berufsleute schätzen die Vielfalt

Das erklärt wohl, warum «Das habe ich gemacht» ein viel gehörter Spruch bei jungen Metallbauern ist. Die Schweizerische Metall-Union hat im Sommer 2010 13 frisch gebackene Metallbauer, Metallbaukonstrukteure und Metallbaupraktiker gebeten, Einblick in ihre Lehr-Erfahrungen und ihre Zukunftspläne zu geben. Neun der 13 jungen Berufsleute schätzen an der Branche vor allem die Vielfalt. Vier finden es besonders gut, dass die Resultate sichtbar sind. Noch nach Jahren lässt sich sagen: «Das habe ich gemacht.» Zwei erwähnen, dass die Arbeit besonders abwechslungsreich ist.

Gelernt haben sie vor allem, selbstständig zu arbeiten und verantwortungsbewusst zu sein. Die meisten träumen von einer Zukunft, in der sie etwas nach eigenen Vorstellungen bauen. Für vier ist es das eigene Haus, für drei ein Stahlbau bzw. eine grosse Fassade. Interessant, wie ehrgeizig die Berufsleute aus dem Metallbau schon nach der abgeschlossenen Lehrzeit sind: Immerhin sechs von dreizehn wollen sich weiterbilden - an der Technikerschule, zum Werkstatt- und Montageleiter oder zum Ingenieur.

Innovative Nachwuchskampagne

Sie haben sich für eine Branche entschieden, die heute 30 000 Menschen beschäftigt, 10 Milliarden Franken umsetzt und einen wachsenden Auftragsbestand verzeichnet. Die rund 1100 Metallbaufirmen, die im SMU-Fachverband Metallbau zusammengeschlossen sind, bieten ihren Mitarbeitenden fortschrittliche und moderne Arbeitsplätze. Dank betriebswirtschaftlich gut ausgebildeten Inhabern mussten im Metallgewerbe nur selten Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch in Sachen Arbeitssicherheit unternimmt die Branche erfolgreich erhebliche Anstrengungen.

Pro Jahr beginnen rund 650 Jugendliche eine Lehre im Metallbau. In den vergangenen Jahren konnten dank der Nachwuchswerbung go4metal der Schweizerischen Metall-Union, des Arbeitgeber- und Berufsverbandes des Metallgewerbes, Hunderte neue Lehrstellen geschaffen werden. 100 Metall- und Stahlbau-Profis gehen als Botschafter in die Schulen. Star-Rapper Bligg tritt an Berufsmessen auf und motiviert die Jugendlichen zu einer Lehre. Umberto Colicchio, Leiter Metallbau und Mitglied der Geschäftsleitung der SMU, über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der musikalischen Nummer eins der Schweiz: «Als wir begannen, war Bligg bei weitem noch nicht so bekannt wie heute. Wir haben ihn gewählt, weil uns seine authentische Art, seine Bodenhaftung und Gestaltungskraft zusagten. Heute ist er ein Star - und wir sind ganz besonders stolz über sein Engagement für unsere zukunftsorientierte Branche. In den vergangenen Jahren konnten wir über 30 Prozent mehr Lehrstellen schaffen. Sein Engagement wurde zum Höhenflug für uns.»

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