Die Schweizer Telekom-Anbieter bauen ihr Netz an eigenen Verkaufsläden massiv aus. Neben zahlreichen neuen Läden werden bestehende Shops umgebaut. So präsentiert Orange nach dem Kauf der Ladenkette CityDisc Mitte Februar ein neues Shop-Konzept, das der Verschmelzung von Telekom- und Unterhaltungs-Dienstleistungen Rechnung tragen soll. Dazu werden gemäss Informationen der «Handelszeitung» das bisherige CityDisc-Sortiment an CD, DVD und Videospielen mit den Telekom-Angeboten von Orange kombiniert. Die neuen Läden werden unter einem Co-Branding Orange CityDisc geführt (siehe Bild).

Ein Blick in das Konzept zeigt: Die Shops kommen sehr edel daher. Kunden finden darin nicht nur ein Download-Corner, sondern auch Gestelle, in denen DVD und CD stehen. Orange-Sprecherin Therese Wenger erklärt: «Wir werden die aktuell 48 Orange Center mit den rund 20 Orange CityDisc Center sowie 10 weiteren, neuen Orange Center bis Ende 2009 ergänzen.» Und im nächsten Jahr sollen noch einmal zehn Shops dazukommen.

Gratis-Musikdownload

Dem Vernehmen nach will Orange auch das bestehende Handy-Abo X-treme ausbauen. Im monatlichen Preis von 20 Fr. sind heute 300 SMS enthalten, man kann einen Track herunterladen und 60 Minuten gratis Musik hören.

Für Ralf Beyeler, Telekomexperte beim Internetvergleichsdienst Comparis, ist klar: «Orange wird versuchen, Synergien zwischen den Angeboten zu nutzen.» So kann sich Beyeler vorstellen, dass Kunden beim Abschluss eines Abonnements ein Guthaben zum Download von Liedern oder einen Gutschein für eine Gratis-DVD erhalten. Das iPhone von Apple habe gezeigt, dass Konsumenten ihr Mobiltelefon auch zum Musikhören nutzen würden. Ob sich diese Gewohnheit neben dem iPhone auch auf andere Handys übertragen lasse, müsse sich jetzt zeigen.Die Chancen, dass dies gelingt, stehen gut. Grund dafür sind neue Handyabos, bei denen ein gewisses Datenvolumen bereits im Grundpreis inbegriffen ist.

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Auch Swisscom-Chef Carsten Schloter will sein Shop-Netz noch ausbauen. «Wenn ein neues Einkaufszentrum entsteht, überlegen wir, ob wir auch dort einen Shop eröffnen», sagt er gegenüber der «Handelszeitung». Swisscom betreibt nach der Übernahme der Kette The Phone House 170 eigene Shops und will diese Zahl noch erhöhen. «Es werden neue Shops hinzukommen, da sich die Kundenfrequenzen aber ändern, wird auch der eine oder andere geschlossen. Das ist eine laufende Optimierung.» Gemäss Schloter sollen über die Shops vermehrt auch die Vorteile von Bluewin TV wie die exklusiven Sportrechte und die übrigen Inhalte besser vermarktet werden. Natürlich solle in den Shops aber weiterhin der Servicegedanke ganz oben stehen. «Die Shops sind vor allem auch dazu da, dass die Kunden kompetente Ansprechpartner finden.»

Echte Geräte im Sunrise-Shop

Auch der dritte Mobilfunkanbieter, Sunrise, gibt Gas beim Shop-Ausbau. Derzeit betreibt das Unternehmen 54 Standorte, mindestens 18 weitere sollen dieses Jahr dazukommen, wie Sprecherin Sevgi Gezici erklärt. Auch die bestehenden Läden bei Sunrise werden umgebaut. Und: Die Attrappen in der Auslage verschwinden. «Wir haben mit dem neuen Konzept echte Geräte ausgestellt, sodass sich die Kunden ein besseres Bild machen können.»

Trotz der Expansion der Mobilfunkbetreiber läuft auch bei der Ladenkette Mobilezone das Geschäft weiter rund. Mobilezone verkauft Handys mit den Abos aller Anbieter. «Bei uns sind heute alle relevanten Telekommunikationsprodukte und -dienstleistungen erhältlich», sagt Mobilezone-Chef Martin Lehmann. Und er versichert: «Zusätzlich werden wir unser Angebot für Geschäftskunden weiter ausbauen und in diesem Teilmarkt weiter Marktanteile gewinnen.»

Auch Telekomexperte Beyeler ist überzeugt: «Mobilezone bleibt in einer guten Position.» Dies vor allem auch, weil das Unternehmen über viele attraktive Standorte verfüge.