Kaum ein Stein ist in der Fondsindustrie auf dem andern geblieben. Die Verwerfungen an den Finanzmärkten haben verunsicherte Anleger zurückgelassen. Jetzt gilt es in der Branche, die richtigen Lehren zu ziehen. In einem ersten Schritt ist das Vertrauen der Investoren wieder zu gewinnen. Immerhin haben die Fondsmanager einige Trümpfe auszuspielen, über die andere Anlageklassen nicht verfügen. Kein anderes Finanzinstrument wird derart scharf überwacht wie gerade ein Fonds. Die neue Finanzmarktaufsicht Finma wird ihre personellen Ressourcen im Bereich der Anlagefonds ausbauen. Das eröffnet den Anbietern die Chance, ihre neuen Produkte noch rascher auf den Markt zu bringen.

Die Themen Anlegerschutz und Transparenz werden im Fondsgeschäft besonders gross geschrieben. Das ist ein Pluspunkt, wenn es darum geht, neue Kunden zu gewinnen. Langfristig werden allerdings nur jene Fonds erfolgreich sein, die auf lange Sicht auch eine ansprechende Rendite liefern. «Wer über mehrere Jahre hinweg keine Performance generiert, verliert die Daseinsberechtigung», sagt Alfred Strebel, Schweiz-Chef bei Fidelity International.

Die Investoren werden sich nicht davon blenden lassen, dass die Aktienmärkte seit den Kurstiefstständen im März 2009 um 50% bis 110% nach oben korrigiert haben. Zu gross und schmerzhaft waren die Verluste in den Monaten zuvor. Es liegt an den verantwortungsvollen Bankiers und Vermögensverwaltern, ihre Kundschaft über die Zyklen an den Börsen aufzuklären. Auch künftig kann es wieder kräftig abwärts gehen.

Anzeige

Entscheidend ist bei den aktiv gemanagten Fonds die Überrendite im Vergleich zur jeweiligen Index-Benchmark. Vier von fünf Fondsmanagern schaffen das nicht. Das gibt den Exchange Traded Funds (ETF) Auftrieb, die momentan wie Pilze aus dem Boden schiessen. Mehr und mehr gehen institutionelle Anleger dazu über, bei einer Core-Satellite-Strategie das Kerninvestment über die kostengünstigeren Indexfonds abzudecken. Umso stärker sind die Fondsmanager herausgefordert, mit einem geschickten Stockpicking die vielzitierte Überrendite namens Alpha zu erwirtschaften.

Die Finanzmarktkrise hat zu einem massiven Zufluss bei den Geldmarktfonds geführt. Nun zeichnet sich dank der Erholung an den Börsen wieder ein sanfter Geldfluss Richtung Aktienfonds ab. Die risikoreicheren Anlageklassen sind wieder stärker gefragt. Wichtig ist, bei relativ gedrückten Aktienmärkten investiert zu sein. Sonst wird der nächste wirtschaftliche Aufschwung mit Sicherheit verschlafen.