Der Motorrad- und Rollermarkt in der Schweiz hat sich während der vergangenen fünf Jahre punkto Absatzvolumen kaum verändert. 2008 wurden 46970 Motorräder und Roller neu zugelassen (+1,5%). In etwa stehen aber gleich viele Motorräder und Roller auf der Strasse wie Mitte des laufenden Dezenniums. Auch 2009 wird sich dieses Bild - so nimmt die Branche mit Optimismus an - nicht drastisch verändern. Denn das Motorrad oder der Roller sichert nicht nur die tägliche Mobilität, sondern besitzt auch einen Spassfaktor.

Verändert hat sich hingegen das Bild des Marktes in den letzten Jahren. Marken wie Harley-Davidson und Triumph gehören zu den Gewinnern. Obwohl die beiden 2008 meistverkauften Modelle ihrer Sparte, bei den Motorrädern BMW mit dem Dauerbrenner R 1200 GS und bei den Rollern die kleine Yamaha YQ 50, weder aus den USA noch aus dem Land des Union Jack stammen, lässt diese Tatsache darauf schliessen, dass Hersteller aus anderen Ländern auf unterschiedliche Werte setzten - auf Kontinuität zum Beispiel.

Japaner und Italiener führend

Bei den Top-Ten-Motorrädern trumpfen in der Schweizer Bestenliste nicht weniger als acht Japaner auf, welche lediglich zwei Deutsche in ihren Reihen dulden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Scootern. Dort wird die Vormachtstellung der italienischen Piaggio-Gruppe (Piaggio, Vespa, Gilera) allerdings stark attackiert; es sind drei Roller italienischer Herkunft unter den bestverkauften zehn Modellen anzutreffen. Davon wird ein Roller ausschliesslich für die Schweizer Post importiert. Die anderen Plätze teilen sich die asiatischen Hersteller aus Japan und Thailand. Auch sucht man bei den Top-Ten-Rollern vergeblich nach Modellen über 125 cm3 Hubraum. Dies ist eine Auswirkung der seit 2003 neuen Führerscheinregelung, welche es Automobilisten erleichtert, bis 125 cm3 Hubraum Motorrad oder Roller prüfungsfrei zu fahren.

Anzeige

Ebenso erstaunlich ist die Tatsache, dass viele von einem Boom der Naked Bikes sprechen, die verschalten Sportmaschinen hingegen den Ton in den Schweizer Charts angeben. Es stimmt, dass fast alle Motorradproduzenten neue Nakeds präsentieren und durch die Vielfalt der Modelle mehr Volumen zu erzielen hoffen. Diese Mannigfaltigkeit ist die Stärke des grössten Gewinners der vergangenen Jahre: Harley-Davidson. 81 verschiedene Ausführungen der über 30 Modelle wurden 2008 immatrikuliert.

Dies ist unter mehreren Beurteilungen bemerkenswert. Ein Beispiel: Hat sich ein Käufer erst einmal für ein Modell entschieden, so kann er daraus immer noch aus unterschiedlichen Ausführungen und Motorisierungen auswählen. Erst dann kommt die Frage nach der Farbe und weiteren individuellen Details. Dies überrascht nicht, denn der Run auf Tradition, Individualität und Einzigartigkeit ist ungebrochen.

Neu auch Hybridmodelle

Neu auf dem Markt sind sinnvolle Elektro- und Hybridroller, welche zwar eher noch teuer sind, sehr wohl aber in die Zukunft weisen. Geräuscharm, emissionsfrei - respektive -gering - und vorwiegend unterhaltsarm. Das sind Voraussetzungen, welche auch künftigen Generationen Freude am Hobby motorisiertes Zweirad sichern.