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Möbel
Der Chef der Conforama-Mutter muss gehen

Markus Jooste: Der langjährige Steinhoff-Chef musste abtreten.Quelle: Getty/Financial Mail

Die Krise beim zweitgrössten Möbelhändler Europas Steinhoff spitzt sich zu. Der angeschlagene Chef verlässt das Unternehmen, es gibt neue Hinweise auf dubiose Geschäftspraktiken. Der Aktienkurs ist im freien Fall.

Europas zweitgrösster Möbelhändler Steinhoff steht schon länger wegen eines Bilanzskandals unter Druck: Beim Geschäftsabschluss des Konzerns gibt es Ungereimtheiten, Behörden in den Niederlanden und Deutschland führen dazu Untersuchungen – laut Medien besteht der Verdacht auf Bilanzfälschung. Jetzt hat der Konzern offenbar neue Informationen, wonach die Bilanz möglicherweise manipuliert wurde.

Das gab Steinhoff gestern Dienstagabend bekannt – und verkündete zugleich den Rücktritt des langjährigen Konzernschefs Markus Jooste sowie des Finanzchefs Ben La Grange. Der Konzern prüft, ob frühere Geschäftszahlen überarbeitet werden müssen, und verschiebt die Publikation der Bilanz bis auf Weiteres. Die Leitung übernimmt vorerst Aufsichtsrat und Grossaktionär Christoffel Wiese. Der 76-jährige Multimilliardär besitzt fast ein Viertel an Steinhoff.

Aktienkurs stürzt ab

An der Börse sorgt die neue Wendung für grosse Nervosität. Bis am frühen Nachmittag sank der Kurs von Steinhoff in Frankfurt um mehr als 64 Prozent auf ein Rekordtief bei 1,07 Euro. In Johannesburg sackten die Papiere mit 17,56 Rand um 60 Prozent auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren. «Was für ein Chaos», schrieben die Analysten von Kepler Cheuvreux in einem Kurzkommentar. «Da kommt noch mehr.»

Der deutsch-südafrikanische Konzern mit Sitz in Norddeutschland ist der zweitgrösste Möbelhändler der Welt hinter Ikea. Die Schweiz ist für Steinhoff ein wichtiger Markt: Mit seinen Marken Conforama und Lipo betreibt er über 40 Fachmärkte. Conforama koordiniert überdies seine internationalen Einkaufsaktivitäten von Genf aus. Die Schweiz könnte aber auch beim aktuellen Bilanzskandal eine Rolle spielen: Die «Handelszeitung» hat aufgedeckt, dass der Konzern hierzulande ein undurchsichtiges Geflecht von Tochterfirmen hat.

(mbü, mit Material von Reuters)

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