Nach langer Vorbereitung wird es konkret: UPC Cablecom startet ein Mobilfunkangebot. Vorerst steht das Angebot allerding nur Kunden offen, die bereits Produkte des Kabelnetzbetreibers beziehen und per E-Mail dazu eingeladen werden. Unter drei Mobilfunkabos kann das passende ausgewählt werden. Wer kein neues Handy braucht, kann auch nur eine SIM-Karte bestellen und zahlt so tiefere Monatsgebühren.

Damit steigt der grösste Kabelnetzbetreiber der Schweiz nach Jahren der Abstinenz wieder in den Mobilfunk ein. Wie der Wettbewerber Swisscom bietet UPC Cablecom Produkte in den Bereichen Festnetz, TV, Internet und Mobilfunk an. Doch wie gut schlagen sich die Mobilfunk-Angebote von UPC Cablecom?

Telecom-Experte Ralf Beyeler vom Internet-Vergleichsdienst Comparis.ch hat die Tarife verglichen. Sein Ergebnis: «In den meisten Fällen ist UPC Cablecom günstiger als die Konkurrenz – sei es Swisscom, Sunrise, Orange oder andere Anbieter.» Dies gelte vor allem für Wenignutzer und Durchschnittstelefonierer, «die mit dem neuen Angebot sehr gut fahren».

UPC Cablecom attraktiv für Normaltelefonierer

Laut Beyeler werde bei UPC Cablecom sekundengenau abgerechnet – eine Seltenheit auf dem Schweizer Markt. Zudem gelte das angesammelte Gesprächsguthaben für Anrufe in alle Netze, sagt er. Dritter Vorteil: Gespräche innerhalb des Fest- und Mobilfunknetzes von Cablecom sind demnach gratis.

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Allerdings, so Beyeler, gebe es bei der Swisscom eine Telefonflatrate. Das fehlt bei UPC Cablecom. Wer also sehr viel telefoniert (über 528 Minuten im Monat), kommt bei der Swisscom günstiger weg. Aufpassen müssen Interessierte demnach auch, wenn sie ihr Smartphone intensiv im Ausland benutzen. «Das Roaming-Angebot von UPC Cablecom ist teuer», sagt Beyeler.

Schweizer Mobilfunkmarkt ist hart umkämpft

Mit dem Angebot von UPC Cablecom geht der Hahnenkampf mit der Swisscom in die nächste Runde. Die Verhältnisse am Markt für Mobilfunkangebote sind heute eindeutig: Mit einem Anteil von über 60 Prozent dominiert die Swisscom. Auf den Plätzen folgen Sunrise (gut 20 Prozent) und Orange (etwas weniger als 20 Prozent). Beyeler erwartet nicht, dass sich an diesen Verhältnissen auf absehbare Zeit viel ändert. 

Er verweit auf den Markteinstieg der Detailhändler Migros und Coop. Diese lancierten September 2005 ihre Angebote im Mobilfunkbereich. Während Migros heute einen Anteil von rund fünf Prozent hält, steht Coop bei rund 2,5 Prozent. Ein grosses Problem: Schweizer Kunden sind laut Beyeler relativ träge, wenn es darum geht, das Mobil-Abo zu wechseln. «UPC Cablecom wird auf absehbare Zeit wohl keine zweistelligen Marktanteile erobern.»