Handys spielen für die Logistik eine grosse Rolle: Sie sind in vielen Bereichen unverzichtbar für die Terminplanungen, Steuerung von Taxiflotten, die optimale Auslastung und Wegplanung im Lastwagendienst oder die Nachverfolgung von grossen Paketen oder vermisstem Passagiergepäck.

Inzwischen ist auch das Handy selbst zum Gegenstand der Logistik-Optimierung geworden. Dabei geht es um die Frage, ob und wie es die grossen Handy-Verkaufsketten – in erster Linie die drei Netzbetreiber und die grossen Wiederverkäufer wie Mobilezone – schaffen, für ihre Kunden das gewünschte Gerät zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Geschäft zu haben. Grössere Bestellungen müssen im Voraus vorgenommen werden und es ist – wenn sich ein Handy unerwartet erfolgreich verkauft – nicht ohne weiteres möglich, 20000 Stück nachzubestellen, wie es bei Swisscom heisst. Für Martin Lehmann, CEO bei Mobilezone, müssen die aktuellsten Handys für die Kunden immer verfügbar sein. Wenn es bei einem Händler heisst: «Ware ist nicht da», bedeutet es den Untergang des Detailhändlers. In seinem Unternehmen erfolgen die Belieferungen der Filialen auf den aktuellen Abverkaufsmengen und bis zu vier Mal pro Woche. Ein den Bedürfnissen angepasstes IT-System unterstützt den Zustellungsprozess der Handys an die Filialen. Bei Promotionen greifen die Mitarbeiter manuell in das IT-System ein und gewähren damit die notwendige Mengenflexibilität.

Alarm, wenns kritisch wird

Mit den Handy-Herstellern sprechen die Mitarbeiter von Mobilezone regelmässig. Die Werbung der Produzenten sensibilisiert die Kunden für bestimmte Modelle.
Es ist die Aufgabe von Mobilezone, abzuschätzen, welche Modelle ein Erfolg werden könnten, und die nötigen Mengen zum richtigen Preis verfügbar zu halten.
Bei Sunrise wird der Handy-Einkauf und -Verkauf zentral abgewickelt. Die Firma Also übernehme «die zentrale Logistik», sagt Claudio Magnabosco, bei Sunrise für Sales Operations verantwortlich. «Wir unterscheiden allerdings, je nachdem, ob die Handys an weitere Wiederverkäufer weitergeleitet werden oder über unsere eigenen Kanäle verkauft werden.» Die weiteren Wiederverkäufer wie Mobilezone oder Interdiscount klären ihrerseits ab, wie viele Handys sie von welchem Typ benötigen, und geben ihre Bestellungen direkt nach Emmen durch; die zentrale Auslieferung erfolgt dann durch den IT-Logistiker Also.
In den 38 eigenen Geschäften und beim Internetverkauf ist die Strategie eine andere: «Hier werden Auslieferungen durch die Bestellungen ausgelöst, wobei wir wissen, welche Geschäfte wie ausgestattet sind und wie gross sie sind», sagt Magnabosco. Bei Sunrise weiss man, welches die fünf bis zehn trendigen Modelle sind, die in jedem Geschäft vorhanden sein müssen. «Hinzu kommen einige Business-Modelle sowie Einsteigermodelle» sagt Magnabosco weiter.
Nachbestellungen erfolgen durch das System, sobald die Lagermenge eine kritische Grenze unterschritten hat, den «minimum reorder point».
Wie stellt man sicher, dass auch neu von den Herstellern beworbene Geräte immer im Geschäft sind? «Wir sprechen ständig mit den grossen Herstellern wie Nokia, Sony Ericsson oder Samsung und kennen die Geräteplanungen», sagt Magnabosco. Sunrise kann so innert einer bis drei Wochen reagieren, wenn sich etwas ändert. Und regionale Unterschiede? «Wir stellen keine grossen Unterschiede fest», meint Magnabosco. Ausnahmen ergeben sich einzig in einigen Grenzregionen, weil Grenzgänger eher Prepaid-Modelle bevorzugen.
Zu der Höhe der Kosteneinsparungen dank einer modernen Auslieferung sagt Magnabosco nur: «Es bringt erhebliche Einsparungen, wenn man kleine Lagermengen hat. Denn der rasche Modellwechsel bringt es mit sich, dass Handys schnell veralten. So entstehen hohe Abschreibungskosten.»

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Veranstaltung

Experience-Event 2007
Das Competence-Center E-Business Basel der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) organisiert am 11. September 2007 zum vierten Mal ihren Networking- und Weiterbildungsevent. Dieses Jahr zum Thema «Business Collaboration – Standortübergreifende Prozesse mit Business Software». Entscheider aus der Schweizer Wirtschaft zeigen anhand von Beispielen, welche Prozessmöglichkeiten sie sich aus einem geschickten Einsatz von Business-Software erschlossen haben. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt auf standortübergreifenden Geschäftsprozessen – mit acht einheitlich aufbereiteten Fallstudien in vier Sessions. Ort: Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Peter-Merian-Strasse 86, Basel.

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www.experience-event.ch