Die Versicherungsgruppe Mobiliar hat 2010 ein Rekordergebnis erzielt. Der Gewinn stieg um 3,8 Prozent auf 408,6 Millionen Franken. Dazu haben gestiegene Prämieneinnahmen und ein geringes Schadenaufkommen beigetragen. Wie die Mobiliar vor den Medien in Bern bekannt gab, haben die Versicherten deutlich weniger Schadenskizzen, wie man sie aus der Werbung des Unternehmens kennt, eingereicht.

Im Gegensatz zu den zahlreichen Katastrophen im Ausland sei die Schweiz 2010 von aussergewöhnlichen Naturereignissen verschont geblieben, sagte Konzernchef Urs Berger. Bei der Mobiliar, die fast ausschliesslich in der Schweiz tätig ist, habe die Belastung unter dem 10-Jahres-Schnitt gelegen.

Dank des Rückgangs der Schäden steuerte das Nicht-Lebengeschäft 339,5 (Vorjahr 302,4) Millionen Franken zum Gesamtergebnis bei. Die Bruttoprämien dieses Geschäfts nahmen trotz der Stagnation des Gesamtmarktes um 3,2 Prozent auf 2,23 Milliarden Franken zu. Der Schadenkostensatz (Combined Ratio) verbesserte sich von 92,4 auf 89,8 Prozent.

"Im Vergleich zur Konkurrenz verlassen uns Kunden weniger häufig"

Insbesondere das Geschäft mit Auto- und Haushaltsversicherungen verlief erfolgreich. Jeder dritte Haushalt in der Schweiz ist mittlerweile bei der Mobiliar versichert.

Im Geschäft mit den Lebensversicherungen ging der Ergebnisbeitrag hingegen von 91,1 auf 69,1 Millionen Franken zurück. Die Mobiliar begründete dies mit einem schwächeren Finanzergebnis sowie einer stärkeren Steuerbelastung. Die Bruttoprämien im Lebengeschäft nahmen um 4,9 Prozent auf 805,4 Millionen Franken zu. Dies gehe vollumfänglich auf das Geschäft der beruflichen Vorsorge zurück.

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Dass die Prämien insgesamt weiter gestiegen sind und mittlerweile die 3-Milliarden-Grenze geknackt haben, begründete Berger mit der starken Kundenbindung. "Es ist nicht so, dass wir besonders viele Neukunden gewinnen konnten. Im Vergleich zur Konkurrenz verlassen uns die bestehenden Kunden aber weniger häufig." Gründe seien das Image des Versicherers und die schnelle Schadenabwicklung vor Ort.

Solides Anlagegeschäft

Einen gewichtigen Teil zum Gruppenergebnis steuerten die Finanzanlagen bei. Hier erzielte die Mobiliar einen Gewinn von 310 Millionen Franken; 15,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Anlagechef Stefan Mächler sprach von einem "Anlagenotstand". Sicheres Investieren bei ausreichender Rendite sei schwierig geworden, das Ergebnis angesichts des komplexen Marktumfelds deshalb zufriedenstellend.

Bei den Anlagen in festverzinsliche Wertschriften, die über 60 Prozent des Portfolios ausmachen, baute die Mobiliar angesichts der Schuldenkrise Positionen im EU-Raum ab. Dagegen investierte sie vermehrt in Schweizer Anleihen und Immobilien.

(tno/laf/sda)