Als von einer hohen Dynamik geprägte Region zieht die Ostschweiz mehr als andere Gebiete in der Schweiz die Arbeitskräfte an. Vor allem ausländische Erwerbstätige strömen in die Rhein-Kantone - angezogen gleichermassen von den attraktiven Arbeitsplätzen. Es sind Einwanderer, die dank einer generell höheren Qualifikation die Kaufkraft für Wohneigentum besitzen. Zu den Gewinnern der letzten Jahre in puncto Zuwanderung zählt hier der Kanton Thurgau, welcher seine Nähe zu Zürich in die Waagschale zu werfen vermag, aber auch Appenzell Innerrhoden mit dem reichlich vorhandenen Bauland und einem attraktiven Steuerniveau.

Stimulierend auf die Standortattraktivität wirkt auch die Tatsache, dass die Ostschweizer Kantone gesamthaft in puncto Steuerbelastung, Bildungsniveau und Erschliessung im ersten Drittel der Rangliste figurieren. Obenauf schwingt Schaffhausen, gefolgt von Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen und Appenzell Innerrhoden.

Der Immobilienmarkt ist auch in der Ostschweiz noch intakt, wofür neben dem positiven Migrationssaldo auch die tiefen Zinssätze verantwortlich sind. Allerdings sieht der Verband Immobilienmarkt Ostschweiz auch ein paar Wolken am Himmel: Nicht überall ist noch genügend problemloses Bauland vorhanden und das zunehmend verdichtete Bauen führt zu mehr Einsprachen.

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Regionale Unterschiede

Dem Thurgau bieten sich durch die direkte Nachbarschaft zu Konstanz ein ideales Erholungsgebiet und ein Kulturzentrum, das immer mehr Interessenten für Erst- und Zeitwohnsitze nach Frauenfeld und Umgebung zu locken vermag. Das starke Wachstum an qualifizierten Zuwanderern aus dem In- und dem nahen Ausland lässt in manchen Gemeinden die Nachfrage regelrecht explodieren.

Das Rheintal und das Sarganserland profitieren nach wie vor von einer freundlichen Finanz- und Wirtschaftspolitik, welche viele Besserverdienende anzuziehen vermag. Gerade die Walenseeregion mit ihren vergleichsweise günstigen Bodenpreisen stellt für viele Zürcher und Schwyzer mit Wunsch nach einem Objekt mit Seesicht eine valable Alternative dar. Zusätzlich stimulierend wirken die gute Verkehrsanbindung an Zürich und den Flughafen sowie die nahen Erholungsgebiete.

Schaffhausen überzeugt mit einer hohen Lebensqualität sowie mit steuerlichen Vorzügen. So liegt die Unternehmenssteuer seit zwei Jahren bei 16%, was zu einer vermehrten Ansiedlung von internationalen Unternehmen geführt hat. Die Immobilienpreise sind dennoch nach wie vor sehr attraktiv. In Stetten kostet ein Haus mit 150 m2 Wohnfläche weniger als 900 000 Fr. und in Schaffhausen ist eine 5-Zimmer-Eigentumswohnung für rund 600 000 Fr. erhältlich. Schaffhausen und die angrenzende Untersee-Region waren auch im vergangenen Jahr für viele Personen aus dem Raum Zürich interessant, da in der Region Untersee/Rhein eine Immobilie mit Seeblick oder Seezugang zu moderateren Preisen erhältlich ist als an der Goldküste. Aufgrund der Verknappung der Top-Lagen ist jedoch von steigenden Preisen auszugehen.

Besonders auf altersgerechtes Wohnen setzen St. Gallen und die beiden Appenzell. Gepaart mit dem stabilen Preisniveau bei den Wohnimmobilien, den hochwertigen Objekten mit See- und Bergsicht und einer überdurchschnittlich guten Infrastruktur vermögen diese Standorte ihre Attraktivität zu halten. Das Preisniveau aller Immobilien bewegt sich seitwärts.