Bern hat an der Autobahn nach Murten ein neues Gesicht erhalten. Dort, wo früher Wiesen dominierten, erhebt sich jetzt über der Hauptachse von der Deutschschweiz in die Romandie das ultramoderne Einkaufszentrum Westside mit Seminarhotel, Erlebnisbad und Kinokomplex. Zweckbauten sind das nicht. Der Amerikaner Daniel Libeskind, ein Meister der Gegenwartsarchitektur, hat in diesem neuen Stadtteil seine kühnen Ideen mit Beton, Eisen und Glas umgesetzt. Mit dem «Holiday Inn» hat sich im Westside eine US-Hotelkette niedergelassen, die speziell auf MICE abzielt. Der Standort an der Peripherie der Bundeshauptstadt verspricht gute Wachstumschancen. «Wir sehen Potenzial im nationalen und internationalen Markt», sagt General Manager Oliver Bittner.

Bern wächst nach Westen. Die Genossenschaft Migros Aare hat dies zum Bau eines Komplexes genutzt, der Einkaufen mit Freizeit verbindet. Für die Verantwortlichen bei Holiday Inn war dies das richtige Umfeld, um mit einem gehobenen Dreisternehotel die dynamische Destination zu belegen. Die Rechnung ist seit der Eröffnung im Herbst 2008 aufgegangen. Das Budget wurde erfüllt, und bei den Buchungen der Seminarinfrastruktur sind die Erwartungen der Turicum Hotel Management Group als Franchisenehmerin gar übertroffen worden. Zwei Stockwerke mit elf Tagungsräumen, die multifunktional nutzbar sind, werden ergänzt durch 144 Zimmer. Bei der Gestaltung wurde die Transparenz grossgeschrieben: So gibt es eine offene Küche, und die Büros in der ersten Etage sind mit Glas versehen, damit der Tagungsgast rasch den Kontakt zu den Verantwortlichen findet.

Gute Chancen für Standort

Die Kundschaft stammt hauptsächlich aus der Grossregion Bern. Nach der Startphase konzentriert das Meeting-Team um Yvonne Oberföll die Verkaufsbemühungen zunehmend auf die übrige Schweiz: «Die Nachfrage auch aus den welschen Kantonen nimmt zu.» Oft sind es Firmen, die ihre Seminare in den mit modernster Technik ausgerüsteten Räumlichkeiten durchführen. Die günstige Verkehrslage ist ein Pluspunkt in der Akquisition. Die S-Bahn fährt in acht Minuten vom Berner Hauptbahnhof direkt vor den Hoteleingang, dazu kommen Verbindungen mit dem Bus und schon bald via Strassenbahn. Von diesem neuen Anschluss erhofft sich Andrea Grepper, Kommunikationsleiterin im Westside, noch mehr Zulauf für das Westside: «In Bern fährt man mit Vorliebe Tram.» Für Autos gibt es in den Untergeschossen über 1200 Parkplätze, mit reservierten Flächen für die Hotelgäste.

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Für Oliver Bittner sind die Marketinganstrengungen von Bern Tourismus besonders wichtig. Es gelte die Schweizer Hauptstadt, im Herzen von Europa gelegen, noch besser im Ausland zu verankern. Die Holiday-Inn-Gruppe unterhält in Frankfurt ein Verkaufsteam, das speziell Konferenzen und Kongresse vermarktet. Das Westside habe unter den europäischen Standorten gute Chancen. «Die Kunden schätzen die vielfältigen Möglichkeiten mit kurzen Wegen.» Die Tagungsveranstalter nutzen nebst den Hotelräumen auch einzelne Kinosäle für Produktpräsentationen und Podiumsgespräche. In den Cinémas Pathé gibt es Platz für Events mit bis zu 500 Personen. Das Rahmenprogramm kann innerhalb des Einkaufszentrums stattfinden. Zudem steht für Aktivitäten zur Persönlichkeitsschulung und Teambildung eine Outdoor-Organisation zur Verfügung.

Kooperation mit Toblerone

Bereits bei der Konzeption des Westside wurde auf eine breite Palette von gastronomischen Angeboten geachtet. Als Erlebnisort hat sich mitten in der Shopping Mall ein Food Court etabliert. Rund um eine Event-Bühne gibt es Restaurants und Take-away-Möglichkeiten. Das «Holiday Inn» setzt für die Seminargäste auf eine leichte Küche. Trotzdem dürfen im kulinarischen Konzept ausgewählte Süssigkeiten nicht fehlen. Mit der nahe gelegenen Toblerone-Fabrik besteht eine Kooperation, die auch kreative Workshops beinhaltet. Überhaupt sind lokale Speisen ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal für die einzelnen Lokalitäten der internationalen Hotelkette.

Die US-Marke hat sich kürzlich ein neues Logo gegeben. Geblieben ist das Preis-Leistungs-Verhältnis, mit dem die Gruppe vor über 50 Jahren ihren Ruf in der Mittelklasse begründet hat. Auch wenn 2009 ein schlechtes Jahr für alle Hotels war, zeichnet sich 2010 laut Gastgeber Bittner eine Erholung ab: «Die Nachfrage für Tagungsräume ist gestiegen.» Erhebungen von Internet-Vermittlungsagenten zeigen, dass das «Holiday Inn Bern Westside» zu den drei beliebtesten und meistgebuchten Hotels der Schweiz gehört.