Clariant blickt im Gegensatz zu seiner lokalen Konkurrentin Ciba immer noch optimistisch ins Geschäftsjahr 2008. «Wir haben unseren Ausblick auf das Jahresende beibehalten, weil wir zuversichtlich sind, unsere Ziele zu erreichen», sagt Clariant-CEO Jan Secher. Dies bedeutet, dass Secher vor allem die Erhöhung der Margen weiter vorantreiben und das Produktportfolio von Clariant «aktiver» als bisher bewirtschaften will.

Konsequenz als Ziel

«Unsere Bruttomarge managen wir konsequent», betont Secher gegenüber der «Handelszeitung». «Einerseits durch Preiserhöhungen, wenn sie wegen der Situation auf den Rohstoffmärkten notwendig sind. Andererseits durch Restrukturierungen und Kostensenkungen», ergänzt er. Oft würden seine Kunden Verständnis für die höheren Preise zeigen. « Wo sie es nicht tun, suchen wir nach anderen Vertriebswegen – etwa über Distributoren – oder geben die Geschäftsbeziehung auf, wenn sie sich für uns nicht profitabel gestalten lässt», erklärt der Schwede.Seit Ende 2007 betont der Konzernchef zudem, dass man sich stetig nach potenziellen Verstärkungen des Portfolios umsehe. «In einigen unserer Einzelmärkte bestehen zurzeit grosse Notwendigkeiten für Konsolidierungen, weil die Fragmentierungsgrade sehr hoch sind.»

In solchen Märkten reiche es deshalb nicht aus, die Nummer eins oder zwei zu sein, um Technologie- oder Preistrends setzen zu können. «Hier werden wir uns an den Konsolidierungen beteiligen und ziehen dabei alle für unsere Aktionäre wertschaffenden Optionen in Betracht», kündigt Secher an.

Jürg Witmer, der neue Präsident des Verwaltungsrates der Basler, kann sich dabei eine Abspaltung der Masterbatch-Division vorstellen. Hinter diesem Bereich verbergen sich Kunststoffadditive in Form von Granulaten. Das Segment trug 2007 zum gesamten Umsatz von 8,5 Mrd Fr. rund 1,4 Mrd Fr bei.

Die Gretchenfrage bleibt dabei, ob Clariant nach den überraschend positiven Ergebnissen im 1. Quartal 2008 tatsächlich eine langfristige Trendwende starten konnte. Branchenbeobachter bezweifeln dies. Denn die vielen Restrukturierungsprogramme der vergangenen Jahre brachten der Firma keine Erfolge. Hinzu kommen aktuell die sich abschwächende Wirtschaft und ungünstige Währungseinflüsse. «Investoren und Finanzmärkte können wir am besten überzeugen, indem wir den eingeschlagenen Kurs weitersteuern und unsere Profitabilität weiter verbessern», meint Jan Secher dazu.

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Kein Einstieg

Immerhin erholte sich der Kurs der Clariant-Aktie in den vergangenen Tagen leicht, von 9 auf knapp 12 Fr. in den letzten vier Wochen. Mehrheitlich wird potenziellen neuen Anlegern von Analysten aber von einem Einstieg abgeraten. Zuerst müsse sich Clariant nachhaltig erholen. Denn seit der Kotierung im Jahre 1998 hat der Titel um insgesamt 80% nachgegeben.