Der Turbinen- und Zughersteller Alstom soll nach einem Bericht der Agentur Bloomberg an den US-Konzern General Electric (GE) verkauft werden. Spekuliert wird über einen Übernahmepreis von über 13 Milliarden Dollar. Alstom beschäftigt in der Schweiz über 6500 Personen.

GE und Alstom führten derzeit Verhandlungen und könnten eine Einigung bereits in der kommenden Woche bekanntgeben, berichtete die Agentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine Alstom-Sprecherin wies den Bericht zurück und sprach von «völlig unbegründeten Gerüchten». Ein GE-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Kaufpreis ein Viertel über Marktwert

Der mögliche Kaufpreis entspricht einem Aufschlag von 25 Prozent auf den aktuellen Marktwert der Franzosen. Aus diesem Grund schossen die Aktien der Franzosen am Donnerstagmorgen in die Höhe. Sie legten zum Handelsstart um fast 18 Prozent zu, gaben die Gewinne im Laufe des Vormittags aber wieder ein Stück weit ab. 

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Das Geschäft könnte laut Bloomberg schon in der kommenden Woche verkündet werden. Demnach hat sich GE die Unterstützung des französischen Mischkonzerns Bouygues gesichert, der 29 Prozent an Alstom hält. 

Schweiz ist ein wichtiger Standort

Die Schweiz ist für den französischen Konzern Alstom als Hauptsitz des Sektors Thermische Energie ein wichtiger Standort. Der Geschäftsteil generiert nach Firmenangaben über 45 Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Hauptstandorte sind Baden, Birr, Oberentfelden und Neuhausen am Rheinfall. Unter anderem betreibt Alstom ein Forschungs- und Kompetenzzentrum in der Schweiz.

Zugreisenden ist Alstom ein Begriff als Hersteller des französischen TGV sowie des pannenanfälligen Cisalpino-Neigezuges. In den vergangenen Monaten machte Alstom mit Stellenabbau Schlagzeilen: Weltweit sollen 1300 Stellen gestrichen werden, in der Schweiz rund 180. Insgesamt beschäftigt Alstom über 90'000 Mitarbeitende.

(sda/vst/moh)