Die Bevölkerung in unserem Lande wird immer älter. Wir können davon ausgehen, dass der Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen von heute 16,5% bis ins Jahr 2030 auf 24,4% ansteigen wird. Die Lebenserwartung der Frauen liegt gegenwärtig bei 84,2 Jahren, die der Männer bei 79,4 Jahren, und sie steigt weiter an. Wer das 80. Altersjahr erreicht, hat noch eine durchschnittliche Lebensdauer von neun (Frauen) bzw. acht Jahren (Männer).

Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Die Altersgesellschaft ist vorwiegend eine Frauengesellschaft. Ältere Menschen sind vitaler und verfügen über eine bessere finanzielle Versorgung als alle Generationen zuvor. Daher sind die Ansprüche an das Leben und Wohnen im Alter ganz andere geworden. Zwar wollen 80% der älteren Menschen in ihrer Wohnung bleiben, jedoch ist die Anzahl der Einpersonenhaushalte und die Vereinsamung der älteren Menschen ebenso zunehmend. Dies verlangt nach Veränderungen und Anpassungen der Strukturen für das Leben und Wohnen in unserer Altersgesellschaft.

Infrastrukturbauten anpassen

In den Gemeinden und Städten sind die Infrastrukturbauten aus den 60er-Jahren sowie die Altersheime stark erneuerungsbedürftig. Einzelzimmer als Wohnraum und Mehrbettzimmer in der Pflege entsprechen nicht mehr den Bedürfnissen der Gesellschaft. Es besteht ein sehr grosser Renovationsbedarf. Ausserdem werden aus den bisherigen Altersheimen und -zentren nach und nach Pflegeheime oder psychogeriatrische Zentren. Deren Führung ist eine Pflicht der öffentlichen Hand, das Bereitstellen von altersgerechten Wohnungen aber nicht. Dies sollen private Unt ernehmen, Investoren, öffentlich-rechtliche und private Stiftungen und andere Institutionen übernehmen. Sehr gut eignen sich hierfür Modelle von PPP-Projekten, also gemeinsame Objekte von privaten Anbietern und der öffentlichen Hand.

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Modulare Systeme sind gefragt

Die Wohnungen gehören in die Zentren der Dörfer und Städte und benötigen nicht nur altersgerechte Einrichtungen, sondern auch entsprechende Infrastrukturräume für Aufenthalt, Verpflegung, Gesundheitsvorsorge und andere Dienstleistungen. Denn ältere Menschen brauchen Räume, die ihren Bedürfnissen entsprechen, sie sollen ohne grossen Aufwand informelle Kontakte pflegen können und nicht in den eigenen vier Wänden vereinsamen.

Ausserdem wird die zukünfti-ge Altersgesellschaft vermehrt Dienstleistungen nachfragen, welche sowohl durch die öffentlichen Organisationen wie Spitex oder durch private Pflege- und Haushaltorganisationen geleistet werden. Hier sind modulare Systeme und Dienstleistungsorganisationen gefragt, welche den älteren Menschen das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und von individueller Betreuung gewährleisten. Betreutes Wohnen und begleitetes Wohnen heisst, Kompetenz und Zuverlässigkeit zu vermitteln, sowie Selbstständigkeit, Individualität und persönliches Engagement bis ins hohe Alter sicherzustellen.