Der Schweizer Mövenpick-Konzern hält an seinen Plänen in Libyen fest, obwohl davon noch nichts zu sehen ist: 2008 gab seine Hotelgruppe bekannt, einen Managementvertrag für ein erstes Haus mit 500 Zimmern in Tripolis abgeschlossen zu haben, zwar mit der Besitzerfirma Bank of Commerce & Development, gemäss damaliger Mitteilung Libyens älteste und grösste Privatbank.

Auf Anfrage der „Handelszeitung“ erklärt Jean Gabriel Pérès, President & CEO von Mövenpick Hotels & Resorts in Glattbrugg: „Dieses Projekt steht baulich erst in der Anfangsphase.“ Ursprünglich war die Eröffnung für letztes Jahr geplant. „Wir sind bauseitig nicht involviert – dies ist Aufgabe der Eigentümer. Wir kommen erst zum Einsatz, wenn das Gebäude fertig gestellt ist“, so Pérès.

Finanziell scheint der Einstieg in Libyen für Mövenpick verkraftbar, wie Pérès weiter ausführt: „Wir verfügen über Managementverträge und sind lediglich Betreiber unserer Hotels, nicht Bauherren oder Investoren. Die bisherigen Aufwendungen für erste Studien und Analysen bewegen sich in einem kleinen Umfang, wie dies in Vorphasen von Projekten üblich ist.“ Das Risiko des Neubaus in Tripolis trägt der libysche Eigentümer. Befragt nach den Beziehungen der Bank of Commerce & Development zum Gaddafi-Clan betont der Chef: „Mövenpick Hotels & Resorts steht in keiner Weise mit der Herrscherfamilie in Verbindung.“

2008 stand Libyen beim Schweizer Mövenpick-Konzern auf der Expansions-Wunschliste ganz weit oben. Zudem sollte das erste Haus in Tripolis nur den Anfang bilden. Heute meint Jean Gabriel Pérès dazu: „Es ist völlig offen, wie sich die politische und gesellschaftliche Lage in Libyen entwickelt. Deshalb sind aktuell keine konkreten Aussagen zu unseren Plänen möglich.“ Momentan sei wirklich alles in der Schwebe.

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