Die Schweizer Konjunktur sollte sich im kommenden Jahr weiter festigen. Das Wirtschaftswachstum insgesamt wird zwar eher verhalten ausfallen. Damit werden die Unternehmen nach dem Einbruch im Jahr 2009 dennoch wieder ein moderat positives Umsatzwachstum aufweisen können. Zusammen mit den eingeleiteten Massnahmen zur Kostensenkung dürfte dies zu einer deutlichen Zunahme bei den Unternehmensgewinnen führen. Insgesamt werden sich somit die Rahmenbedingungen für Schweizer Aktien weiter stabilisieren. Wir erwarten ein Jahr mit positiven Erträgen für Schweizer Aktien. Die Reduktion der weltweit expansiven Geldpolitik wird jedoch mit Volatilität verbunden sein. Rückschläge dürften unserer Ansicht nach aber nur temporärer Natur sein.Die Zentralbanken werden 2010 eine entscheidende Rolle für sämtliche Anlagemärkte spielen. Wir erwarten, dass sie sich von ihrer ultraexpansiven Geldpolitik verabschieden und ab Mitte Jahr an der Zinsschraube drehen. Dies gilt auch für die Schweizerische Nationalbank. Ein Blick zurück zeigt, dass die Umlaufrenditen 10-jähriger Staatsanleihen 4 bis 6 Monate vor der ersten Zinserhöhung um 60 bis 80 Basispunkte ansteigen können. Ähnliches erwarten wir auch diesmal. Für die Schweiz impliziert dies einen Anstieg der 10-jährigen Rendite von derzeit unter 2% auf etwa 2,8% bis Ende 2010. Auch die private Schuldenaufnahme könnte sich verteuern.

Wir erwarten, dass der Aktienmarkt von Umschichtungen zwischen defensiven und zyklischen Werten geprägt sein wird. Zu Beginn des Jahres dürfte die erwartete Stabilisierung bei den Konjunkturindikatoren eher eine Ausrichtung auf zyklische Unternehmen begünstigen. Im Jahresverlauf könnte eine Reduktion der expansiven Geldpolitik auch zu Rückschlägen bei Aktien führen. In diesem Umfeld würde sich dann eine defensivere Ausrichtung wie zum Beispiel durch Titel aus dem Bereich Gesundheit empfehlen. Ferner sind Schweizer Unternehmen interessant, die von der Nachfrage aus den Schwellenländern profitieren.

Nach starkem Wachstum dürfte sich in den entwickelten Ländern die Dynamik abschwächen. Für Schwellenländer gehen wir von einer andauernden Erholung aus. Wir empfehlen Investoren, einen Anlageschwerpunkt in Schwellenländer zu setzen. Für Anleger, die solche Investitionen scheuen, empfehlen wir Anlagen im Schweizer Konsumgütersektor, der überdurchschnittlich von Exporten in diese Länder profitiert.

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In Anbetracht der ausserordentlichen Kursgewinne seit den Tiefständen im März scheint ein Grossteil unseres Basisszenarios einer anhaltenden Konjunkturerholung nun eingepreist. Dennoch stellen wir uns auf einen anhaltenden Aufwärtstrend ein, der sich jedoch klar verlangsamen dürfte und stärkere Schwankungen aufweisen wird. Unterstützung dürfte vom neuen Unternehmensgewinnzyklus her kommen, der nicht mehr nur auf Kostensenkungen, sondern auch auf Umsatzsteigerungen basieren wird. Weitere Kursgewinne hängen auch von der Positionierung der Anleger ab. Zahlreiche Anleger flüchteten während der Krise in sichere Geldmarktanlagen, die mittlerweile praktisch keine Rendite mehr abwerfen. Wir rechnen daher in Zukunft verstärkt mit Abflüssen bei Geldmarktfonds zugunsten der Aktienmärkte.

Vor dem Hintergrund der verbesserten Wirtschaftsaussichten sind die Deflationsrisiken weiter in den Hintergrund gerückt, während die Inflationszahlen im Zuge der Erholung ansteigen. Wohlwissend, dass Inflation wesentlich leichter zu bekämpfen ist als Deflation, gehen wir jedoch davon aus, dass die Notenbanken äusserst vorsichtig und eher zu spät als zu früh die monetären Zügel anziehen werden und so die konjunkturelle Erholung weiterhin stützen. Erste Zinsschritte erwarten wir erst im 3. Quartal 2010. Zum Jahresende prognostizieren wir eine Anhebung des US-Leitzinses auf maximal 1%, die der europäischen Pendants auf maximal 1,5%.Credit Suisse gibt keine Empfehlungen zu Schweizer Einzeltiteln.

Grösste Performancechancen liegen weiterhin bei Aktien, insbesondere bei den Schwellenländern. Rohstoffe sollten wieder auf breiter Basis profitieren können. Insbesondere Gold betrachten wir als eine interessante Investitionsmöglichkeit. Das Edelmetall ist eine gute Absicherung gegen die strukturelle Dollarschwäche und profitiert in temporär volatileren Zeiten von seinem Status als sicherer Hafen.

 

 

Die Aussichten für weitere Kursfortschritte sind intakt. Haupttreiber für höhere Aktienkurse werden die Unternehmensgewinne sein, die 2010 mit rund 30% wachsen sollten. Voraussetzung dafür ist allerdings eine deutliche weltweite Konjunkturerholung - und dafür bestehen immer mehr Anzeichen. Wir sind zuversichtlich, dass die Rezession definitiv zu Ende gegangen ist. Allerdings dürfte vor dem Hintergrund der bereits kräftigen Avancen des SMI 2009 und der nach wie vor angezweifelten Nachhaltigkeit der konjunkturellen Erholung die Volatilität wieder zunehmen. Wir sehen den SMI Ende 2010 rund 7 bis 10% höher, also knapp unterhalb der 7000-Punkte-Marke.Die Geldpolitik wird im Laufe des Jahres sehr behutsam den Ausstieg aus der ultraexpansiven Politik einleiten und umsetzen. Bevor es zu eigentlichen Leitzinserhöhungen kommt, werden zuerst die krisenbedingten Notmassnahmen wie beispielsweise der direkte Kauf von Unternehmensanleihen zurückgefahren. Erst per Mitte Jahr erwarten wir dann erste Leitzinserhöhungen der grossen Notenbanken einschliesslich der SNB. Die Zinsen am langen Ende werden aber nur moderat ansteigen, da die Inflationsrisiken unserer Ansicht nach weiterhin gering sind.Vor dem Hintergrund eines erwarteten volatileren Verlaufs im Jahr 2010 setzen wir einen leicht defensiven Akzent. Wir erachten Gesellschaften wie Roche, Syngenta die auch vom strukturellen Agrar-Thema profitieren wird - sowie Zurich Financial Services, Adecco, Givaudan und ABB als interessante Blue Chips. Im Nebenwertsegment erachten wir Titel wie Vetropack, Kaba, Acino, Helvetia und Barry Callebaut als attraktiv.Nachhaltigkeit wird weiterhin ein Thema bleiben. Daneben dürfte auch die Infrastruktur interessant sein. Einerseits fliessen viel staatliche Hilfsgelder in diesen Bereich, zum anderen gibt es einen grossen Ausbaubedarf. Weiter sind die Schwellenländer intensiv daran, ihre Transport und Energieversorgungssysteme aufzubauen und im Gegensatz zu vielen Industrieländer können sie die Projekte sogar finanzieren.

Wir erwarten ein unaufgeregtes Börsenjahr, dies im starken Kontrast zu den letzten zwei Jahren. Bis ins 1. Quartal 2010 hinein erwarten wir eine Weiterführung der seit März 2009 laufenden Erholung. Die Unternehmen haben stark restrukturiert in den letzten anderthalb Jahren und dürften deshalb bei leichtem Umsatzwachstum eine überdurchschnittliche Margenerholung ausweisen. Auch die Ankündigung der Dividenden dürfte die Zuversicht im 1. Quartal stützen. Anschliessend könnte der Markt aber in einen Seitwärtstrend einbiegen, da sich Unsicherheiten über die weiteren Wachstumsaussichten und die moderate Bewertung von Aktien etwa die Waage halten. Wir gehen davon aus, dass der SMI die 7000er-Marke knacken kann, sich aber dann bei 6600 bis 6800 Zählern einpendelt.Die Geldpolitik wird im kommenden Jahr weltweit lasch bleiben. Die SNB dürfte im 2. Halbjahr 2010 die Zinsen anheben. Der Konjunkturverlauf und die Situation im hiesigen Finanzsystem sollten einen moderaten Zinsschritt um 25 Basispunkte in den nächsten zwölf Monaten erlauben. Eine schärfere Abschöpfung der Liquidität wäre einzig im Falle einer Beschleunigung der Inflationsraten denkbar. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios hat in unseren Modellen für das kommende Jahr deutlich abgenommen und könnte eher ein Thema für 2011 werden. Angesichts eines verhaltenen Marktausblicks macht 2010 ein ausgewogeneres Portfolio Sinn. Wir mischen dabei konjunkturresistentes Wachstum wie bei Roche, Nestlé und Syngenta mit soliden zyklischen Werten wie Swatch, Geberit und Adecco. Abgerundet wird das Bild durch Renditeperlen wie Swisscom (erwartete Dividendenrendite: 5,3%) und selektiv Finanzwerte wie Credit Suisse (4%) oder Zurich Financial Services (6%). Wir sind überzeugt, dass sich ein Anleger mit einem solchen Mix aus Qualität und Rendite über die nächsten zwölf Monate ansprechende Erträge bei überschaubaren Risiken einkau- fen kann.Das Potenzial auf weitere Kursgewinne in Unternehmensanleihen und Aktien ist beschränkt. Anleger werden sich stärker auf Papiere mit hohen Coupon- und Dividendenzahlungen konzentrieren, die bei überschaubaren Risiken eine attraktive Rendite abwerfen. Daneben dürften Rohstoffe weiter im Mittelpunkt stehen. Auch das Thema Infrastruktur behält angesichts der laufenden Stimulierungsprogramme seine Aktualität.

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Wir rechnen mit einem erfreulichen Jahresbeginn. Im 1. Quartal werden die Aktienkurse Rückenwind von überraschend positiven Unternehmensergebnissen erhalten. Die Risikoaversion der Anleger wird weiter zurückgehen. Aufgrund der niedrigen Zinsen sind viele Anleger in einen Anlagenotstand geraten und werden ihre Gelder allmählich von Anlagen mit einer Nullverzinsung in Anlagen mit höheren Renditechancen umschichten. Dies dürfte den SMI im Frühjahr über die Marke von 7000 Punkten treiben. Für die 2. Jahreshälfte erwarten wir jedoch einen konjunkturellen Dämpfer, da sich das Wirtschaftswachstum in den USA, und mit einer leichten Verzögerung auch in Europa, wieder abschwächen wird. Aktien dürften damit einen deutlichen Rückschlag erleiden. Wir sehen den SMI Ende Jahr bei 6600 Punkten.Der zyklische Aufschwung würde eigentlich eine restriktivere Geldpolitik im Jahr 2010 rechfertigen. Da die globalen Stimmungsindikatoren aber ab dem 2. Quartal 2010 wieder einen Abschwung anzeigen dürften, werden die wichtigsten Zentralbanken auf Zinsschritte verzichten und bis auf Weiteres an der Nullzinspolitik festhalten. Wir erwarten einen temporären Anstieg der langfristigen Zinsen, der aber bereits im 1. Quartal 2010 den Zenit erreichen dürfte. Die Zinskurve dürfte sich in der 2. Jahreshälfte verflachen, und die langfristigen Zinsen werden zum Jahresende unter dem heutigen Niveau liegen.Unternehmen, die einen hohen Umsatzanteil in Schwellenländern erwirtschaften, sind besser aufgestellt, um vom Wachstum in Asien und Lateinamerika zu profitieren. Genau so wichtig wie Wachstum werden in einem schwierigeren Umfeld an den Aktienmärkten in der 2. Jahreshälfte aber eine attraktive Bewertung sowie eine solide Bilanz sein. Wir setzen auf Barry Callebaut (Wachstumspotenzial in Asien), Roche (bestpositioniertes Pharmaunternehmen), Sika (hohe Nachfrage dank Infrastrukturprogrammen), Sulzer (attraktive Bewertung) und Zurich Financial Services (attraktive Dividende und Expansion in die Wachstumsmärkte).Das Niedrigzinsumfeld zwingt vor allem institutionelle Anleger dazu, nach höheren Renditen zu suchen. Aktien mit hohen Dividendenrenditen dürften eine überdurchschnittlichen Performance erzielen. Das Interesse an nachhaltigen Anlagen nimmt unter Anlegern weiter zu. Bei Aktien aus den Bereichen alternative Energien sehen wir Aufholpotenzial. Das Thema Wasser ist besonders in China brandaktuell.

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