Vor Ihrem MBA haben Sie Medizin studiert. Was war die Motivation zum MBA?

Monika Hänggi: Ich arbeitete als Ärztin in einem grösseren Spital. Als ich mich für das MBA-Studium interessierte, war ich dabei, eine neue Abteilung aufzubauen, die sich an der Schnittstelle zwischen Medizin und Ökonomie befindet. Dabei geht es vor allem um neue Abrechnungsformen. Ich bekam direkt zu spüren, dass Spitäler heute zunehmend nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden. Und um in der wirtschaftlichen Leitung eines Spitals mitwirken zu können, benötigte ich so viel Wirtschaftswissen wie möglich, am besten praxisorientiert; und tatsächlich wurde beim Studium darauf geachtet, dass die Studenten das Wissen auf den eigenen Betrieb anwendeten. Ein MBA-Studium bot mir die Möglichkeit, in einem anderen Berufsgebiet als dem angestammten ebenfalls im oberen Kader arbeiten zu können.

Wie sind Sie mit der Doppelbelastung von Studium und Beruf umgegangen?

Hänggi: Es war sehr anstrengend, da ich vollzeit beschäftigt bin. Ausserdem hatte ich keine ökonomischen Grundkenntnisse. Das hatte zur Folge, dass ich abends und am Wochenende gelernt und Aufsätze in englischer Sprache verfasst habe. Für meine Weiterbildung konnte ich von meinem 100%-Pensum – neben Ferien – nicht auf zusätzliche freie Tage zählen. Deshalb war es für mich auch von Vorteil, dass die Vorlesungen jeweils samstags stattfanden; nur Prüfungen der USQ fanden wochentags statt. Aber ein MBA ist ja auch ein Leistungsausweis, und das war mir von Anfang an bewusst. Rückblickend kann ich für mich behaupten, dass ich die Doppelbelastung gut gemeistert habe.

Wie haben Sie den Unterschied zwischen einem regulären Master-Studium und einem MBA-Studium erlebt?

Hänggi: Im Vergleich zum Medizinstudium mit seinen viele Studentinnen und Studenten in grossen Hörsälen dominierte beim MBA-Studium das praxisbezogene Lernen in einer kleinen Gruppe. So konnte ich mir in kurzer Zeit erstaunlich viel Wissen aneignen. Das lag aber sicher auch an der intensiven Betreuung durch die Dozenten: Der Kontakt klappte sehr gut, und bei Fragen konnten die Studentinnen und Studenten auch ausserhalb des Unterrichts zu ihnen Kontakt aufnehmen. Das alles hat mir sehr viel gebracht.

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Und der Kontakt zu den Mitstudentinnen und -studenten?

Hänggi: Sie brachten ihr unterschiedliches Wissen und ihre Erfahrungen in den Unterricht ein. Wir befanden uns mehr oder weniger auf einer ähnlichen Karrierestufe und konnten uns so ohne Hindernisse austauschen, was ich sehr schätzte.

Warum fiel die Wahl auf die HWZ?

Hänggi: Wichtige Kriterien für die Auswahl des Studiums waren für mich die Qualität und die Machbarkeit. Die University of Southern Queensland (USQ) und die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich boten zusammen ein Dual-Degree-MBA-Studium an. Dabei werden die Richtlinien der USQ von der HWZ in einem Coachingprogramm umgesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Schulen garantierte mir auf diese Weise ein internationales Studium in der Schweiz, Qualität und eine Fülle an Wissen. Zudem erhielt ich einen akademischen Abschluss von der USQ mit dem MBA und einen zusätzlichen Abschluss mit dem Executive Master of Management von der HWZ. Dazu kam noch ein Nebengrund: Der kurze Anfahrtsweg, denn die HWZ liegt nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof Zürich entfernt.

Sind Sie zufrieden mit dem neu erworbenen Wissen und den neuen beruflichen Perspektiven, die sich für Sie aufgetan haben?

Hänggi: Im Studium habe ich mir nicht nur viel Wissen angeeignet, sondern auch sonst enorm profitiert. Ein MBA-Studium ist auch eine Lebensschule, in der nicht nur das erlernte Wissen eine Rolle spielt. Ich lernte meine eigenen Grenzen besser kennen und fand heraus, wie ich noch effizienter und zielgerichteter arbeiten konnte, um die hohen Anforderungen zu erfüllen. Ebenso verbesserte ich mein analytisches Denken. Die Doppelbeanspruchung erhöhte meine eigene Belastbarkeit, sodass ich mich nach dem Studium nicht mehr vollkommen ausgelastet fühlte. So übernahm ich auch die mir angebotene Aufgabe der Betriebskommissionspräsidentschaft.

Und in Zukunft?

Hänggi: In Zukunft möchte ich mein wirtschaftliches Wissen noch weiter einsetzen. Ich könnte mir auch vorstellen, ein bis zwei Verwaltungsratsmandate anzunehmen.

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