Die am Mittwoch angekündigte Übernahme des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta durch das chinesische Staatsunternehmen ChemChina könnte vom Konkurrenten Monsanto hintertrieben werden. Der US-Konzern lobbyiere derzeit hinter den Kulissen bei den US-Behörden gegen die Akquisition, schreibt die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf Insider.

Viele Anleger argwöhnen, dass der Widerstand des Komitees für Auslandsinvestitionen in den USA (CFIUS) ein Zustandekommen des Deals noch gefährden könnten.

Syngenta könnte US-Fabrik verkaufen

Syngenta-Präsident Michel Demaré hatte allerdings am Mittwoch vor Journalisten erklärt, dass er nicht damit rechne, dass das CFIUS der Übernahme «wesentliche Hürden in den Weg» stellen werde.

Laut Medienberichten unterstehen zwei Pestizid-Fabriken von Syngenta einem nationalen Terrorismus-Abwehr-Programm, zudem sei auch ein Vorbehalt der Behörde für ein Forschungszentrum in North Carolina denkbar, in dem Gentech-Saatgut entwickelt werde. Syngenta könnte allerdings «falls nötig eine Fabrik verkaufen», zitiert die NZZ den Syngenta-Insider.

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Neue Besitzer gewähren «Schonfrist»

Die «Schweiz am Sonntag» schreibt derweil über eine «Schonfrist von fünf Jahren» für Syngenta, in denen die neuen chinesischen Besitzer die Basler Firma nicht umbauen würden. Der Hauptsitz und die wichtigsten Produktionsstandorte sollen in dieser Zeit nicht angefasst werden, schreibt die Zeitung.

Damit wäre ein «zweiter Fall Alstom» in der Schweiz ausgeschlossen. Dort werden wenige Monate nach der Übernahme durch den US-Konzern GE nun 1'300 Arbeitsplätze abgebaut.

(awp/gku)