Bei der italienischen Banca Monte dei Paschi geht eine Epoche zu Ende. Die traditionsreiche, aber skandalgeschüttelte Bank aus Siena beschloss am Donnerstag eine Satzungsänderung, die das älteste Kreditinstitut der Welt für neue Aktionäre öffnen soll. Für die Änderung stimmte auch die Haupteignerin, eine gemeinnützige Stiftung mit einem Anteil von 33,5 Prozent, zu.

Eine stürmische ausserordentliche Hauptversammlung strich Klauseln, die die Anteile anderer Aktionäre auf höchstens vier Prozent beschränken. Die von einem Handelsskandal erschütterte Bank hatte auf die Änderung gedrungen, weil die EU-Kommission sie zur Bedingung für Staatshilfen gemacht hatte.

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Neue Investoren gesucht

Mit dem potenziell grösseren Einfluss für andere Aktionäre versucht die Bank, neue Investoren für sich zu gewinnen. Zugleich könnte der Schritt die Traditionsbank zum ersten Mal in ihrer fünf Jahrhunderte alten Geschichte zum Übernahmeziel machen.

Die älteste Bank der Welt ist wegen zweifelhafter Geschäfte mit Derivaten in Schieflage geraten und musste mit Steuergeldern in Milliardenhöhe gerettet werden. Die Staatsanwälte ermitteln wegen des Verdachts auf Korruption und Betrug. Der Fall hat das Land politisch erschüttert und zieht Kreise bis an die Spitze der Europäischen Zentralbank.

(ama/rcv/sda)