Die Deutsche Bank muss sich auf einen neuen Rechtsstreit einstellen. Die angeschlagene italienische Grossbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) reichte heute eine Klage auf Schadenersatz ein, wie das italienische Institut mitteilte. Dabei gehe es um Transaktionen mit Derivaten. Eine konkrete Forderung nannte die MPS nicht. Die Deutsche Bank wollte den Vorgang zunächst nicht kommentieren.

Die Derivategeschäfte hatten dem italienischen Traditionshaus geschätzte Verluste von 730 Millionen Euro eingebracht. Es geht um die Transaktion «Alexandria», die von Juli bis Oktober 2009 gemeinsam mit dem japanischen Finanzkonzern Nomura abgewickelt wurde, und die Transaktion «Santorini», an der im Dezember 2008 die Deutsche Bank beteiligt war.

Die älteste Bank der Welt steckt tief in den roten Zahlen und will sich mit Staatshilfen in Milliardenhöhe aus der Krise befreien. Gegen mehrere frühere Manager der drittgrössten Bank Italiens ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits seit einiger Zeit.

Der Verwaltungsrat der Bank habe entschieden, die Klage beim Zivilgericht in Florenz einzureichen, teile die MPS mit. Neben der Deutschen Bank haben die Italiener auch Nomura sowie den früheren Präsidenten des Instituts, Giuseppe Mussari, und den ehemaligen Generaldirektor Antonio Vigni verklagt.

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(tno/aho/awp)