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Monte Paschi braucht schon wieder mehr Kapital

Monte Paschi: Der ältesten Bank der Welt droht die Verstaatlichung. (Bild: Keystone)

Der Krisenbank Monte dei Paschi droht die Verstaatlichung. Das älteste Geldhaus der Welt braucht weitere Milliarden.

Veröffentlicht am 09.09.2013

Der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena droht nach Einschätzung von Experten die Verstaatlichung. Die EU-Kommission hat dem ältesten Geldhaus der Welt eine hohe Kapitalerhöhung auferlegt, die es überfordern könnte. Sollte das Institut die erforderlichen 2,5 Milliarden Euro nicht bei privaten Investoren einsammeln können, wäre die Regierung gefragt - die der Bank bereits Hilfskredite über 4,1 Milliarden Euro gewährt hat. Analysten halten es für unrealistisch, dass Monte Paschi am Kapitalmarkt die verlangte Summe zusammenbekommt.

Die EU-Kommission setzte in Verhandlungen mit der italienischen Regierung durch, das Volumen der geplanten Kapitalerhöhung drastisch zu erhöhen. Bislang war eine Summe von einer Milliarde Euro vorgesehen. Die Bank kündigte am Montag an, am 24. September einen neuen Restrukturierungsplan zu beschliessen. Sie hofft, damit die Zustimmung der EU für die Staatshilfen zu bekommen. Ferner muss Monte Paschi die Kosten weiter reduzieren und den Bestand an italienischen Staatsanleihen verringern.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia sagte am Samstag, sollte die Kapitalerhöhung nicht gelingen, müsste der Staat die gewährten Hilfen in Aktien der Bank umwandeln. Experten halten diesen Schritt für unausweichlich. «Die Chancen auf diesem Planten, dass sie am Markt binnen zwölf Monaten 2,5 Milliarden Euro einsammeln, sind gleich null», sagte Giuseppe Bivona, ehemaliger Investmentbanker bei Goldman Sachs und Morgan Stanley. «Sie steuern in Richtung Verstaatlichung.» An der Mailänder Börse rutschte der Kurs der Bank um 3,3 Prozent ab auf 0,21 Euro.

Italien musste im Zug der Finanzkrise bislang noch keine Bank verstaatlichen. Doch unter anderem der Internationale Währungsfonds dringt auf eine Sanierung des Sektors.

(reuters/chb)

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