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Herausforderungen
Moody's sieht schwarz für Schweizer Banken

UBS und Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz: Risiken aus dem Immobilienmarkt.   Keystone

Die Ratingagentur senkt ihren Ausblick für hiesige Geldinstitute auf «negativ». Vor allem in einem Bereich sieht Moody's grosse Risiken für das Schweizer Bankensystem.

Veröffentlicht am 31.07.2014

Die Ratingagentur Moody's stuft den Ausblick für das Schweizer Bankensystem auf «negativ» von zuvor «stabil» zurück. Denn nach Einschätzung der Rating-Experten nimmt die Bereitschaft der Schweizer Regierung ab, in einem Notfall einzuspringen.

Moody's begründet seine Annahme in einem Ratingbericht mit den Bemühungen der Regierung, einen Abwicklungsmechanismus für den Bankensektor zu installieren, der eine Lastenteilung mit den Gläubigern (sogenannter «Bail-in») vorsieht. Moody's müsse daher wohl die eigenen Annahmen zur systemischen Unterstützung für die Schweizer Banken überarbeiten, heisst es weiter.

Negative Auswirkungen überwiegen

Moody's glaubt, dass die negativen Auswirkungen der abnehmenden Unterstützung die sonst eher positiven Elemente überwiegen. So profitieren die Schweizer Banken weiterhin von einem stabilen operativen Umfeld und einer soliden Finanzbasis. Diese Einschätzung berücksichtige sowohl die solide wirtschaftliche Entwicklung des Landes (Moody's prognostiziert für 2014 ein BIP-Wachstum von 2,1 Prozent) sowie die niedrige Arbeitslosenquote.

Das sehr tiefe Niveau an Problemkrediten und die solide Ertragskraft liessen für die hiesigen Banken anhaltend hohe Eigenkapitalquoten erwarten, heisst es weiter. Die Absorptionskapazität für allfällige Verluste sei «substanziell», so Moody's.

Problemfeld Immobilienmarkt

Die wichtigsten grundlegenden Herausforderungen für den Sektor in den nächsten 12-18 Monaten bestehen aus Sicht von Moody's in den anhaltend niedrigen Zinsen sowie in dem Preisauftrieb auf dem Immobilienmarkt. Ein scharfer Abschwung auf dem Schweizer Immobilienmarkt könnte zu einem Anstieg der Problemkredite in den Büchern der Banken führen und deutlich höhere Kreditausfallkosten nach sich ziehen. In der Konsequenz könnten die Kapitalquoten der Banken sinken.

Speziell gefährdet wären in einem solchen Szenario Regional -und Kantonalbanken, bei denen nach Angaben von Moody's rund 80 Prozent der Gesamthypothekenguthaben aus festverzinslichen Papieren bestehen. Die laufende Neubewertung der Hypotheken und anderer Vermögenswerte werde sich als «problematisch» erweisen, da sie das Zinsergebnis unter Druck setzen würden, die Haupteinnahmequelle dieser Banken.

(awp/dbe/vst)

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