1. Home
  2. Unternehmen
  3. Moody's: Wegelin-Klage schadet Privatbanking

Moody's: Wegelin-Klage schadet Privatbanking

Bank Wegelin: Nach ihrer Anklage sind nun auch andere Banken in Gefahr. (Bild: Keystone)

Weniger Verhandlungskraft, Verlust von Kunden - gemäss einer Studie der Ratingagentur Moody's zeigt die US-Klage gegen die Bank Wegelin, wie gefährdet die Schweizer Privatbanken sind.

Veröffentlicht am 06.02.2012

Die Klage des US-Justizministeriums gegen die auf das US-Geschäft geschrumpfte Bank Wegelin hat gemäss der Kreditratingagentur Moody's nicht nur negative Krediteffekte für die Bank Wegelin zur Folge, sondern generell für das Schweizer Private Banking. Denn die Anklage gegen die St. Galler Bank zeige, wie anfällig Schweizer Banken gegenüber amerikanischen Rechtsschritten im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung sind, schreibt die Agentur in einer Studie.

Schweizer Banken, die in die Steuerproblematik involviert sind, sind gemäss Moody's nicht nur dem Risiko eines potenziellen Verlusts von Kunden im grenzüberschreitenden Verkehr mit den USA ausgesetzt. Vielmehr drohe ihnen auch Gefahr von kumulierten Geschäftsbeziehungen mit amerikanischen Korrespondenzbanken und es bestehe das Risiko, dass sie nicht-amerikanischen Kunden im Wealth Management verlieren, schreiben die Experten weiter.

Abnehmende Verhandlungskraft der Schweiz

Die Moody's-Experten gehen zwar davon aus, dass die Schweizer Regierung das Erreichen einer Gesamtlösung mit den USA für alle helvetischen Banken vorantreiben werde. Die Klage gegen Wegelin sei indes einerseits ein Hinweis auf einen harten amerikanischen Standpunkt, anderseits für eine abnehmende Verhandlungskraft der Schweiz.

Am vergangenen Donnerstag war bekannt geworden, dass das US-Justizministerium Klage gegen die Bank Wegelin erhoben hat. Erst vor rund vier Wochen hatte die New Yorker Staatsanwaltschaft Klage gegen drei Banker von Wegelin erhoben. In Folge dessen und in Voraussicht, dass es auch zu einer Klage gegen die Bank kommen dürfte, verkaufte die Bank Wegelin vorletzte Woche einen Grossteil ihres Geschäfts an die Raiffeisen-Gruppe.

(laf/tno/awp)

Anzeige