Normalerweise ist das erste Quartal das beste im Geschäftsjahr einer Grossbank. Trifft diese Regel zu, steht 2016 für die UBS unter einem schlechten Stern. Denn sie wird voraussichtlich am Dienstag tiefere Zahlen für die ersten drei Monate präsentieren. Das Kerngeschäft des weltgrössten Vermögensverwalters harzt schon länger: Im Wealth Management flossen im letzten Quartal 2015 Kundengelder in Höhe von 3,4 Milliarden Franken ab.

Die Bank bekam die Krise in vielen Schwellenländern und die Schwarzgeld-Diskussion in Europa voll zu spüren. Dieser negative Trend hält an, dies machte CEO Sergio Ermotti bereits Mitte März klar: In der Vermögensverwaltung sprudelten die Erträge nicht auf dem für ein erstes Quartal üblichen Niveau, warnte er in London. Analysten rechnen laut der Agentur Bloomberg mit einem Gewinnrückgang in der Sparte um rund ein Drittel.

Ermotti stapelt tief

Schwierig präsentiert sich die Situation auch im Investment Banking. Dies zeigt nur schon ein Blick auf die Konkurrenz: Bei US-Grossbanken wie Morgan Stanley oder Bank of America schrumpften die Erträge zu Beginn des Jahres massiv. Läuft es bei der amerikanischen Konkurrenz im Investmentgeschäft schlecht, ist das gewöhnlich ein Fingerzeig für die Schweizer Grossbanken.

Anzeige

Auch für diese Sparte hat Ermotti bereits gewarnt: Er wäre nur schon zufrieden, wenn die Investmentbank ihre Eigenkapitalkosten erwirtschafte, sagte er Mitte März. Faktisch stellte der CEO somit einen massiven Gewinnrückgang in Aussicht.

Die Bank lagert Jobs aus

Für die Schlagzeilen könnte aber morgen Dienstag eine andere Neuigkeit sorgen: Die UBS will wegen der schwindenden Erträge hunderte Stellen streichen. Bis zu 3000 Schweizer Jobs sind in den nächsten drei bis fünf Jahren gefährdet, wie die «Handelszeitung» kürzlich aufdeckte. Die Grossbank plant, Stellen aus der Schweiz in ihre «Business»-Zentren in Polen, Indien, China oder den USA auszulagern – und dadurch Kosten im Umfang von hunderten von Millionen Franken einzusparen. Im Fokus hat sie Aufgaben in der Informatik, Buchhaltung und anderen Verwaltungsbereichen.

Auch im Investmentbanking wird die UBS laut der Agentur Reuters den Rotstift ansetzen: Sie will demnach rund sechs Prozent der Arbeitsplätze in Europa abbauen, was rund 300 Stellen entspricht. Ob CEO Ermotti den Abbau bereits am Dienstag verkündet, ist nicht klar. Die Börse ist aber auf Hiobsbotschaften vorbereitet. Seit Jahresanfang hat die UBS-Aktie über ein Achtel an Wert verloren.