Des Schweizers liebstes strukturiertes Produkt ist der Barrier Reverse Convertible. Und am liebsten noch ein entsprechendes Produkt mit mehreren Basiswerten. Einem Grossteil der 1958 im August an der
Börse für strukturierte Produkte, Scoach, liberierten Instrumente in dieser Kategorie lagen nämlich drei oder fünf Titel und nicht nur einer zu Grunde.

Auf viele Faktoren achten

Mit rund 21% sind Tracker-Zertifikate zwar mit deutlichem Abstand gegen unten zweiter unter den an der Börse gehandelten strukturierten Produkten, gegen die Übermacht der Barrier Reverse Convertibles (38%) haben sie aber auch keine Chance
Mit den sogenannten Multi Barrier Reverse Convertibles legen sich die Anleger aber eines der komplexesten Produkte ins Portefeuille. Während Volatilität und die erwartete Dividende bei der Ausgestaltung und dem sich über den Zeitablauf verändernden Risiko-Rendite-Profil bei den meisten Produkten eine Rolle spielen, kommt bei jenen, die auf mehrere Basiswerte lauten, noch die Korrelation hinzu. Die verlockend hohen Coupons lassen den Einfluss solcher Grössen auf die tatsächlich resultierende Auszahlung jedoch bei den Anlegern oft ins Hintertreffen geraten.

Hände weg bei störenden Titeln

Nach Angaben der Bank Vontobel haben nur rund 5% aller Produkte mit einer Barriere diese in den vergangenen turbulenten Börsenwochen verletzt. Dennoch muss sich der Anleger beim Kauf eines solchen Multi Barrier Reverse Convertible immer ganz klar bewusst sein, dass beim Berühren oder Unterschreiten der Barriere von nur einem Basiswert die Lieferung des schwächsten Titels droht.
Ist der Anleger bei nur einem dem Barrier Reverse Convertible unterliegenden Wert nicht bereit, ihn in seinem Depot zu halten, sollte er auf das entsprechende Produkt verzichten. Denn der ohne Zweifel vorhandene Nutzen solcher Instrumente kann sich ohne das notwendige Wissen vor allem in turbulenteren Börsenphasen schnell in ein teures Lottospiel wandeln.

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Mehr Rendite, mehr Risiko

Als eine der wichtigsten Regeln sollte der Anleger sich nicht von einem hohen Coupon verleiten lassen. Mehr Rendite geht nämlich immer mit mehr Risiko einher. Neben der Volatilität der Titel und damit der Wahrscheinlichkeit, dass die entsprechende Aktie einmal einen Kurssturz unter die Barriere in Kauf nehmen muss, entscheidet auch die Höhe der Barriere über den Coupon.
Liegt die Barriere zum Beispiel bei 60% und ist damit ein Wertverlust von bis zu 40% ohne Konsequenzen möglich, fällt der Coupon zugunsten eines niedrigeren Risikos geringer aus, als wenn die Barriere bei 75% festgelegt wurde.

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Messe 2007: Strukturierte Produkte

Der Schweizerische Verband für strukturierte Produkte (SVSP) und Scoach, die europäische Börse für strukturierte Produkte, bitten zur Wissenserweiterung. Die Messe verfolge in erster Linie das Ziel, das Bedürfnis nach mehr Transparenz zu stillen, so die Initianten. Mit 38 Ausstellern ist die Messefläche ausverkauft.
Neben der Messe sollen die Anleger mit Seminaren und Roundtables einen umfassenden Überblick über das breite Angebot von strukturierten Produkten bekommen. Fachspezialisten aller grossen Anbieter werden Hintergrundinformationen zu Einsatzmöglichkeiten und Funktionsmechanismen aufzeigen.
Die Gästeliste umfasst nicht nur die Spezialisten der meisten in der Schweiz tätigen Emittenten, sondern etwa auch Reto Francioni, den CEO der Deutschen Börse, oder den Rohstoffexperten Jim
Rogers. Der Anleger kann sich zum Beispiel über Strategien für die aktuelle Börsensituation oder steuerliche Auswirkungen strukturierter
Produkte informieren.

17./18. Okt. 2007, 10.00 19.00 Uhr, Kongresshaus, Zürich

www.stp-messe.ch

Weitere Informationen auf: www.handelszeitung.ch/finanzprodukte