1. Home
  2. Unternehmen
  3. Munich Re hortet Gold – was macht Swiss Re?

Geldpolitik
Munich Re hortet Gold – was macht Swiss Re?

Goldbarren: Bald die Absicherung der Versicherer?

Angesichts der Negativzinsen der Europäischen Zentralbank sieht Munich Re sein Geschäft gefährdet. Der weltgrösste Rückversicherer lagert darum Gold und Bares ein. Swiss Re warnt vor Belastungen.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 18.03.2016

Strafzinsen auf Einlagen – das ist eine Knacknuss für Versicherer in der Schweiz und in Europa. Eine Wende ist nicht in Sicht: EZB und SNB halten an den Negativzinsen auf Spareinlagen fest, wie ihre aktuelle Entscheide zeigen.

Dem weltgrössten Rückversicherer schmeckt das überhaupt nicht. Er sei «fassungslos und entsetzt» angesichts des erneuten Zinsschrittes, sagte Nikolaus von Bomhard, der Chef von Munic Re, gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». Er zieht beim Konzern die Konsequenzen: Munich Re lagert Gold ein und Bargeld in Höhe eines «zweistelligen Millionenbetrages». Auf diese Weise will das Unternehmen Strafabgaben einsparen.

Negativzinsen als Dauerbelastung

Die «Süddeutsche» bewertet den Schritt als Aktion mit Symbolcharakter. Schliesslich verwaltet Munich Re Kapitaleinlagen in Höhe von 224 Milliarden Euro, ein Millionenbetrag fällt da noch nicht weiter ins Gewicht. Dennoch ist der Bomhards Protest gegen die EZB durchaus ernstzunehmen, das zeigt auch die Situation der Schweizer Versicherer.

Für die hiesigen Assekuranzen und Rückversicherer stellen die Negativzinsen eine Dauerbelastung dar. «Der Nutzen von tieferen Zinsen ist fragwürdig, aber der schädliche Einfluss ist nicht wegzudiskutieren», erklärt Swiss Re zum Thema. «Die unkonventionellen Massnahmen der Zentralbanken sind Teil des Problems geworden und nicht Teil der Lösung.»

«Für Zentralbanken wäre weniger Aktivismus mehr.»

Das gilt, obwohl sich die Branche in der Schweiz 2015 vergleichsweise gut geschlagen hat. Die Lebensversicherer konnten ihr Prämienvolumen über das Jahr bei 32,6 Milliarden Franken stabil halten, wie der Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) im Februar meldete. Sachversicherer konnten leicht zulegen auf ein Volumen von 26,3 Milliarden Franken. Die Wirkungen der Strafzinsen, so der Verband, seien aber noch nicht vollständig abzulesen. Lebensversicherer gelten als besonders anfällig.

Ob die Swiss Re angesichts des langen Atem der SNB ebenfalls ihre Bargeld-Vorräte aufstockt, ist bisher nicht bekannt. Der Rückversicherer nimmt dazu nicht Stellung. Wie Munich Re appelliert sie aber an die Führungsebene der Notenbanken: «Für Zentralbanken wäre weniger Aktivismus mehr.»


 
 

Anzeige

Zehn Fakten zum magischen Gold

1|10
Zehn wichtige Fakten zu Gold: Alles bisher weltweit geförderte Gold ist 170'000 Tonnen schwer. In einen Würfel gepackt, hätte dieser eine Kantenlänge von 20,5 Metern.