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Murdoch: Geschäfte laufen trotz Abhörskandal wie geschmiert

Das Medienimperium von Rupert Murdoch hat durch den Abhörskandal keinen nachhaltigen Schaden genommen. (Bild: Keystone)

Das Medienimperium von Medienmogul Rupert Murdoch steigerte Umsatz und Gewinn - trotz Schnüffelskandal.

Veröffentlicht am 10.05.2012

Rupert Murdochs Medienimperium News Corporation hat trotz den Folgen des Abhörskandals in Grossbritannien gute Geschäfte gemacht. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz des weltweit aktiven Unternehmens um zwei Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent auf 937 Millionen Dollar. Das war mehr als Analysten erwartet hatten.

Das Wachstum sei vor allem von den Kabelprogrammen und der Filmsparte angetrieben worden, erklärte Murdoch am späten Mittwoch (Ortszeit) in New York. Von dem Geldsegen bekommen die Aktionäre direkt etwas ab: Der Verwaltungsrat, dem Murdoch vorsteht, stellte für den laufenden Aktienrückkauf weitere fünf Milliarden Dollar zur Verfügung.

Abhörskandal warf Murdoch zurück

Ein derartiger Rückkauf eigener Anteilsscheine treibt gewöhnlich den Kurs. So war es auch bei der News Corp. Nachbörslich verteuerte sich das Papier um fünf Prozent. Für Murdoch dürfte das Balsam für die Seele gewesen sein. Seit Monaten steht er wegen des Skandals um abgehörte Telefonate und bestochene Polizisten in Grossbritannien unter Beschuss. Ein Parlamentsausschuss in London sprach ihm jüngst sogar die Eignung ab, ein Medienunternehmen zu führen.

Wegen der Affäre, die bei der eingestellten Sonntagszeitung «News of the World» ihren Ausgang genommen hatte, musste die News Corp von Januar bis März weitere 63 Millionen Dollar berappen. So hatte sich der Konzern mit Opfern der Abhöraktionen auf Entschädigungen verständigt. Zur News Corp. gehören in Grossbritannien noch «The Times», «Sunday Times» sowie das Boulevardblatt «The Sun». Zudem kontrolliert Murdoch den Fernsehkonzern BSkyB.

Auch in den USA und Australien gehören ihm zahlreiche Medien wie die renommierte Wirtschaftszeitung «Wall Street Journal», die Fox-Fernsehsender und das Filmstudio «20th Century Fox». In Deutschland ist Murdoch grösster Anteilseigner des Bezahlsenders Sky.

(muv/chb/sda)

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