Fünf Zimmer, Cheminée und Jacuzzi, 400 Dollar pro Nacht: Auf den ersten Blick zeigt sich das Walliser Chalet so wie unzählige weitere Schweizer Objekte, die auf Portalen wie Airbnb angeboten werden. Doch beim Objektbeschrieb stechen Besonderheiten ins Auge: «Alkohol- und schweinefleischfreies Haus; Gebetsteppiche vorhanden».

100 Objekte geplant für 2018

Das Chalet bei Verbier richtet sich explizit an Moslems – es ist das erste Schweizer Objekt der spezialisierten Appartement-Plattform Muzbnb. Das Portal Muzbnb wurde 2016 in Washington D.C. gegründet; die Gründer Hadi Shakuur und Muhammad Oda wollen damit ein welweites Netz von moslem-freundlichen Privatunterkünften aufziehen. «Verbier ist unser Start in der Schweiz», sagt Muzbnb-Sprecherin Aadila Sabat-St. Clair, «wir hoffen 2018 auf insgesamt hundert Schweizer Objekte.» Das hiesige Fundament sei optimal, sagt die Managerin, «immerhin leben ja 400 000 Moslems in der Schweiz

Bei Fachleuten findet das Vorhaben Anklang: «Eine vielversprechende Idee», sagt Cristina Tschuppert, Gründerin der Hergiswiler Firma Pearls of Switzerland. Die Spezialistin für arabischen Incoming-Tourismus sieht hierzulande ein Bedürfnis nach moslemgerechten Appartements, weil die Akzeptanz dieser Gäste derzeit noch nicht sehr ausgeprägt sei. «Muzbnb kann hier eine Marktlücke schliessen.»

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Halal-Tourismus boomt

Am wichtigsten für dieses lukrative Gästesegment seien in Privatunterkünften Raum für Gebete, Halal-Lebensmittel, kinderfreundliche Einrichtung sowie Privatsphäre für Muslimas. Der «Halal»(arabisch für «erlaubt» oder «zulässig für Moslems»)-Tourismus boomt. Gemäss dem jährlich erscheinenden «Global Muslim Travel Index» waren 2016 rund 121 Millionen Moslems auf internationalen Ferienreisen unterwegs; bis 2020 soll die Zahl auf 156 Millionen wachsen.

Hierzulande sind Genf und das Berner Oberland besonders beliebt. Vom Boom will auch Muzbnb profitieren: «Wir peilen in Zukunft 5000 Schweizer Objekte an.»

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