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Myspace: Der Social-Network-Zombie kehrt zurück

Nicht nur der Anzug ist schick: Justin Timberlake begrüsst die Benutzer. (Bild: Screenshot)

Einst war Myspace bei den sozialen Netzwerken das Mass der Dinge - danach folgte der Totalabsturz in die Beinahe-Vergessenheit. Jetzt wird unter frischer Führung eine Neustart gewagt.

Von Reto Vasella
am 16.01.2013

Vor einigen Jahren noch war Myspace das weltweit grösste soziale Netzwerk. Doch mit dem rasanten Siegeszug des damaligen Newcomers Facebook begann ein schneller, heftiger und schmerzhafter Abstieg für Myspace.

2005 hatte der Medienmogul Rupert Murdoch die bei Musikern sehr beliebte Plattform noch für 580 Millionen Dollar gekauft - Ende 2011 verkaufte er sie an kalifornische Firma Specific Media für den bescheidenen Betrag von 35 Millionen Dollar.

Jetzt wurde die Plattform unter der neuen Führung einer Generalüberholung unterzogen und steht mit frischem Design neuen Nutzern offen.

Auf der Startseite werden die Nutzer dabei vom US-Popstar und Schauspieler Justin Timberlake begrüsst, einem der Investoren von Specific Media. Die Seite hat ihre ehemaliges trashiges Design abgestreift und kommt sehr schick gestaltet daher. Mit viel Weissraum und in Blau- und Grautönen gehalten, wirkt sie leicht und elegant.

Enttäuschende Musikauswahl

Verloren ging allerdings auch viel von dem, was Myspace einst auszeichnete: Früher konnte neue, aufregende Musik entdeckt werden, die es sonst nirgendwo so einfach gab. Heute ist die Musik- und Videoauswahl enttäuschend: Es gibt nur einzelne Lieder von aktuellen Alben oder nur kurze Ausschnitte von bestimmten Musik-Mixen.

Komplett verändert präsentiert sich aber gleichzeitig auch die Situation auf dem globalen Musikmarkt. Heute gibt es Musik auf Youtube und Diensten wie Spotify, Pandora oder Simfy, die einen umfassenden Musikkatalog gratis oder für wenig Geld anbieten. Daneben stellen Musiker und DJs Live-Aufnahmen oder exklusive Mixe bei Diensten wie Soundcloud oder Mixcloud zur Verfügung.

Mit seinem doch spärlichen Musikangebot dürfte Myspace trotz neuem, schicken Auftritt gegen die starke Konkurrenz einen schweren Stand haben.

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