1. Home
  2. Unternehmen
  3. Mysteriöser Google-Milliardendeal geplatzt

Internet
Mysteriöser Google-Milliardendeal geplatzt

Google Campus in London: Das Unternehmen will im Ausland weiter wachsen.   Bloomberg

In einem Brief an die US-Börsenaufsicht SEC spricht der Konzern von bis zu 30 Milliarden Dollar, die für Zukäufe im Ausland bereitliegen – und von einem Geschäft, das im Dezember 2013 platzte.

Veröffentlicht am 21.05.2014

Google plant eine grosse Einkaufstour: Der Internet-Riese hält bis zu 30 Milliarden Dollar im Ausland für Zukäufe bereit. Die Zahl wurde in zuvor vertraulichen Unterlagen für die Börsenaufsicht SEC genannt, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und das «Wall Street Journal» am Mittwoch übereinstimmend berichteten.

Dort gab Google auch bekannt, eine riesige Übernahme im Wert von vier bis fünf Milliarden Dollar abgeblasen zu haben. Es sei ein ausländisches Unternehmen gewesen, den Namen nannte Google nicht. Wäre es zu einem Deal gekommen, hätte er den bislang grössten Google-Übernahmecoup ausserhalb der USA in den Schatten gestellt: den Kauf des israelischen Navigationsdiensts Waze für eine Milliarde Dollar. Obwohl es den Brief demnach seit fünf Monaten gibt, hatte ihn die SEC erst am Dienstag veröffentlicht.

27 Milliarden Dollar in einem Jahrzehnt

In den vergangenen zehn Jahren gab Google rund 27 Milliarden Dollar für Firmenakquisitionen aus. Vor zwei Jahren verleibte sich der Konzern den Handyhersteller Motorola Mobility ein. Es war der grösste Firmenaufkauf in der Geschichte des Internetriesen. Derzeit versucht Google die Motorola-Handysparte für 2,9 Milliarden Dollar an die Lenovo-Gruppe abzustossen.

Google lagert wie andere grosse amerikanische Technologie-Unternehmen einen grossen Teil seiner Gewinne ausserhalb der USA. Bei einer Rückkehr ins Heimatland würden hohe Steuern fällig. Die Unternehmen werden von US-Politikern oft kritisiert, weil sie die Gewinne nicht in die USA zurückfliessen lassen und zu Hause versteuern.

Barreserven von 60 Milliarden Dollar

Google lagert wie andere grosse amerikanische Technologie-Unternehmen einen grossen Teil seiner Gewinne ausserhalb der USA. Bei einer Rückkehr ins Heimatland würden hohe Steuern fällig. Die Unternehmen werden von US-Politikern oft kritisiert, weil sie die Gewinne nicht in die USA zurückfliessen lassen und zu Hause versteuern.

Das im Ausland liegende Geld solle aber zu grossen Teilen für Übernahmen eingesetzt werden, versicherte der Internet-Konzern in dem Brief von vergangenem Dezember. Google brauche zwischen 20 und 30 Milliarden Dollar an Auslandserträgen, um ausländische Firmen und Technologie von US-Unternehmen zu kaufen.

Google hat nach jüngsten Zahlen Finanzreserven von rund 60 Milliarden Dollar. Davon lagern rund 35 Milliarden ausserhalb der USA. Die SEC hatte Google um mehr Informationen zu den Auslandserträgen gebeten.

(awp/vst)

Anzeige