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Baselworld
Nabelschau: Weltgrösste Uhrenmesse startet in Basel

Basel steht ab morgen wieder im Fokus der Uhrenbranche: Über 150'000 Besucher werden zur «Baselworld» erwartet. Dort machen Rolex, Omega oder Tissot bis zur Hälfte ihres Jahresumsatzes.

Veröffentlicht am 26.03.2014

Ab morgen steht Basel wieder im Mittelpunkt der Uhren- und Schmuckbranche: Mehr als 150‘000 Besucher werden an der weltweit bedeutendsten Messe «Baselworld» erwartet. Neben lukrativen Geschäften betreibt die Branche einmal mehr viel Nabelschau.

Die Medienkonferenz für die 4000 angereisten Journalisten liess keine Wünsche offen: Multimedial, vielsprachig und dramaturgisch perfekt durchkomponiert, machte sie am Mittwoch von Beginn an den Anspruch der Messebetreiberin Messe Schweiz (MCH Group) klar.

Alles kommt, was Rang und Namen hat

Und dies nicht ganz unberechtigt: Einst als Nische innerhalb der Basler Mustermesse gestartet, hat sich «Baselworld» zum Pflichttermin schlechthin in der Uhren- und Schmuckbranche gemausert. Für die MCH-Group ist es der grösste Anlass des Jahres. Standesgemäss wird die Messe von einem Bundesrat eröffnet. In diesem Jahr fällt die Ehre Verteidigungsminister Ueli Maurer zu.

Vertreten ist alles, was Rang und Namen hat: Omega, Longines, Tissot, Breguet, Rolex oder Patek Philippe. Grosse Abwesende ist die Luxus-Gruppe Richemont, die den Besuch an der Genfer Luxusuhrenmesse SIHH von Ende Januar vorgezogen hat.

Schauplatz für Markenpflege

Die grossen Player breiten ihre Stände in der prestigeträchtigen Halle 1 aus. Wer sie betritt, wähnt sich in einer weitläufigen Shoppingmeile: Mehrgeschossige Gebäude, bunte Leuchtreklamen, Edelboutiquen. Um Besucher anzulocken, scheuen die Aussteller keinen Aufwand. Wenn sich die Branchenführer versammeln, fällt indes Auffallen schwer. Da gehen auch die Stars der Messe etwas unter: Die Uhren sind adrett, aber unauffällig in Schaukästen ausgestellt.

Den enormen Aufwand für das achttägige Spektakels belegen auch die Zahlen: 20‘000 Arbeiter haben in den letzten sechs Wochen die 1500 Stände aufgebaut. Es waren 7000 Sattelschlepper notwendig, um die Materialien anzuliefern.

Solide Basis für Zukunft

Die Uhrenbranche könnte ihre Deals natürlich auch an einem nüchternen Tisch machen, doch die Messe ist Schauplatz für Markenpflege. Die Show soll das Image prägen, und Journalisten dieses in die Welt tragen. Baselworld bietet unangefochten den grössten Weltklasse-«Bling-Bling».

Zu diesem Selbstverständnis passt, dass die Messe sich letztes Jahr ein neues, glitzerndes Kleid gegeben hat. Mit einer riesigen doppelstöckigen Hallen-Passarelle quer über den halben Basler Messeplatz markiert die Baselworld noch mehr Präsenz.

Den 430-Millionen-Franken-Bau entworfen haben die renommierten Basler Architekten Herzog & de Meuron. Messe-Konzernchef René Kamm gab sich dennoch ganz bescheiden: Mit der neuen Halle habe die Baselworld eine solide Basis für die Zukunft gelegt, erklärte er am Mittwoch vor den Medien.

Hälfte des Jahresumsatzes

Trotz allem Spektakel und Glamour geht es an der Messe aber vorwiegend ums Geschäft. Hersteller präsentieren erstmals ihre Produkte und sehen, wie diese in der Branche ankommen. Juweliere und Uhrenhändler entscheiden ihrerseits, wie ihr Sortiment für das laufende Jahr ausschaut.

«Es ist ein Mikrokosmos, in dem sich während einer Woche alle Akteure der Branche treffen», sagte Baselworld-Direktorin Sylvie Ritter. Die Uhrenbranche erzielt bis zur Hälfte ihrer Umsätze an der achttägigen Veranstaltung. Die Messe dient dabei auch als Formbarometer der Branche.

(sda/moh)
 

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