Der Auslieferungsstopp beim  Dreamliner  macht dem Hersteller Boeing schwer zu schaffen. Im ersten Quartal konnten die Amerikaner insgesamt 137 Maschinen ihrer verschiedenen Baureihen an die Kunden bringen, teilte die Firma mit. Der europäische Rivale toppte die Meldung: Airbus kam im gleichen Zeitraum auf 144 Lieferungen.

Im Vorjahreszeitraum war das Kräfteverhältnis noch umgekehrt. Während Airbus seine Auslieferungen um zehn Prozent steigern konnte, stagnierten sie bei Boeing. Zuvor konnte der US-Konzern seine Deals wegen der starken Nachfrage nach Verkehrsjets regelmässig steigern.

Statt fünf Dreamlinern  wie im Vorjahreszeitraum ging jetzt aber nur noch ein einziger der Langstreckenjets raus,

Batteriefeuer bremste, Produktion läuft

Mitte Januar wurde zunächst ein Startverbot und dann ein Auslieferungsstopp über das Spitzenmodell Dreamliner verhängt. Grund waren unter anderem ein Feuer und ein Schwelbrand bei den Batterien zweier Dreamliner-Jets  japanischer Fluggesellschaften. Derzeit testet Boeing eine neue, sicherere Batteriekonstruktion.

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Es ist jedoch davon auszugehen, dass Boeing den Rückstand bei den  Dreamliner-Auslieferungen schnell wieder aufholt, sobald die US-Flugaufsicht grünes Licht für das neue Batteriedesign gibt. Die Produktion der Langstreckenjets läuft unvermindert weiter.

Käufer stehen Schlange

Der Dreamliner findet trotz des Startverbots sogar noch weitere Käufer. Am Donnerstag bestellte die russische Sberbank 12 Maschinen des Typs 787-800. Der Listenpreis der Maschinen liegt bei «mehr als einer Milliarde US-Dollar», hiess es in einer Mitteilung von Boeing. Die Bank wolle die Flugzeuge an Transaero ausleihen.

Erst am Mittwoch hatte der Flugkonzern IAG für seine Tochter British Airways 18 der besonders sparsamen Maschninen bestellt. Der Listenpreis liegt um die 4 Milliarden US-Dollar (3 Milliarden Euro pro Stück), wobei in der Branche satte Rabatte üblich sind.

24 Dreamliner dank Britsh Airways

Die am Mittwochabend von IAG verkündete Bestellung kommt zu den 24 Dreamlinern hinzu, die British Airways bereits im Jahr 2007 geordert hatte. Für seine spanische Tochtergesellschaft Iberia stellte der Flugkonzern einen Dreamliner-Auftrag für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht. IAG war aus der Fusion von British Airways und Iberia entstanden.

Beobachter werteten die Aussagen als Vertrauensbeweis für Boeing. Streng genommen ist es aber nicht der erste Auftrag für den  Dreamliner seit dem Startverbot.

American Airlines hatte zwischenzeitlich eine Bestellung für 42 Maschinen des Typs festgezurrt. Den Plan zum Kauf der Flugzeuge hatte die Fluggesellschaft jedoch bereits 2008 verkündet.

Verkaufsschlager von Boeing ist allerdings die kleinere 737 mit zuletzt 102 ausgelieferten Maschinen vor dem Grossraumflieger 777 mit 24 Stück.

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Auch bei Airbus verkaufen sich die Mittelstrecken-Jets der A320-Baureihe mit Abstand am besten, während vom doppelstöckigen Flaggschiff A380 nur vier Stück an Kunden übergeben wurden.

(tke/chb/awp)