Die Aktien des Handelskonzerns DKSH verlieren nach den starken Einbussen vom Mittwoch am Donnerstag weiter stark an Wert. DKSH hat die Situation in dem für den Konzern wichtigen Markt Thailand nach den Terroranschlägen im August neu beurteilt und die Guidance für das Gesamtjahr gesenkt. Im Zuge der Gewinnwarnung dürften eine Reihe von Analysten ihre Schätzungen nach unten korrigieren.

Bis um 10 Uhr brechen DKSH bei regem Handel um 5,1 Prozent auf 60,15 Franken ein, nachdem die Papiere bereits am Vortag 5,2 Prozent eingebüsst haben. Demgegenüber gewinnt der Gesamtmarkt (SPI) 0,27 Prozent hinzu.

Ein Drittel des Umsatzes in Thailand

DKSH hatte bereits Mitte August angekündigt, dass man die Auswirkungen der Anschlagserie in Thailand auf das dortige Wirtschaftswachstum im Detail analysieren werde. In Thailand erwirtschaftet die Gruppe rund einen Drittel des Umsatzes. Nun schreibt DKSH, dass der Einfluss der Anschläge «limitiert» sei. Die Gruppe rechnet für 2015 aber sowohl auf Umsatz- als auch auf Gewinnebene nur noch mit Nullwachstum.

Analysten müssten nun nebst den währungsseitigen Rückgängen in Asien auch die Wachstumsdellen in Thailand und Malaysia in ihre Kalkulationen neu mit einberechnen, heisst es am Markt. Im Marktkonsens sei daher mit einer Korrektur beim Umsatz von -4 Prozent und beim Gewinn von -6 Prozent zu erwarten.

Zu «agressive» Annahme

Auch die Bank Vontobel wird die neue Ausgangslage in ihre Einschätzung mit einbeziehen. Schliesslich habe man für den thailändischen Markt im zweiten Halbjahr noch mit einer Wachstumsbeschleunigung auf +3,7 Prozent gerechnet nach einem organischen Wachstum von 0,5 Prozent in der ersten Jahreshälfte. Diese Annahme sei mit Blick auf die heutigen News zu «aggressiv», schreibt Analyst Pascal Furger.

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Positiv sei hingegen, dass die Sparte Healthcare von den Problemen in Asien weniger stark betroffen sei, so der Vontobel-Analyst weiter. Zudem habe DKSH die progressive Dividendenpolitik mit jährlich höheren Ausschüttungen bestätigt. Furger hält am Rating von «Hold» mit dem Kursziel von 72 Franken fest.

Anspruchsvollere Bewertung

Die Bewertung der Aktie werde mit der nun vorliegenden Gewinnwarnung wieder anspruchsvoller, meint Marco Strittmatter von der ZKB. Die Bank werde die Gewinnschätzungen wohl um etwa 10 Prozent reduzieren, die Einstufung bleibe aber aufgrund der intakten mittel- und langfristigen Wachstumstreiber auf «Übergewichten».

(awp/dbe/ama)