Nach dem Schulmassaker in Connecticut trennt sich der US-Finanzinvestor Cerberus Capital Management gemäss Nachrichtenagentur Reuters vom Waffenhersteller Freedom Group.

Der Verkauf werde unverzüglich beginnen, teilte Cerberus mit. Der Finanzkonzern hatte den Waffenhersteller Bushmaster im Jahr 2006 gekauft und gemeinsam mit anderen Unternehmen in der Freedom Group aufgehen lassen. Ebenfalls zur Freedom Group gehört der grösste und älteste Waffenhersteller der USA - die Traditionsfirma Remington.

Cerberus begründete den Ausstieg mit der aufflammenden Debatte über schärfere Waffengesetze. «Wir glauben, dass wir mit dieser Entscheidung unsere Pflichten gegenüber den Investoren wahren», so die Mitteilung. Es sei nicht die Aufgabe von Cerberus die Debatte um Waffengesetze zu beeinflussen. «Aber es gibt Entscheidungen, die wir als Unternehmen treffen können», heisst es weiter.

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Der Waffenhersteller Bushmaster steht in einem besonders negativem Zusammenhang mit dem Massaker von Newtown in Connecticut: Der Attentäter Adam Lanza benutzte ein Sturmgewehr vom Typ Bushmaster AR 15, eine zivile Version der M-16 der US-Armee. Mit dieser richtete er in der US-Kleinstadt 20 Kinder und 6 Lehrer hin. 

Cerberus fürchtet nun negative finanzielle Folgen für das Waffengeschäft. Besonderer Druck kommt zudem vom kalifornischen Lehrerpensionsfonds CalSTRS, der mutmasslich rund 750 Millionen Dollar bei Cerberus angelegt hatte. Dieser hatte nach dem Massaker angekündigt, seine Investments zu überprüfen.

(vst/aho)