Die Börse reagierte erwartungsgemäss enttäuscht. Mike Mack, der Konzernchef der Syngenta AG, hat zwar erfolgreich gegen den Übernahmeversuch durch den US-Konkurrenten Monsanto Co. für 47 Milliarden Dollar gekämpft. Aber es bleibt nun an ihm zu beweisen, dass der Schweizer Agrarchemiekonzern tatsächlich auf sich allein gestellt strategisch besser aufgestellt sein wird.

Die Syngenta-Aktie hat am Tag des Rückzugs von Monsanto aus einer rund ein Jahr andauernden Übernahmeschlacht gleich um 18 Prozent auf 309,9 Franken nachgegeben - der schwerste Kursverlust innerhalb eines Tages für den Titel überhaupt. Zuletzt war die Offerte noch nachgebessert worden, aber als absehbar wurde, dass Syngenta ablehnen würde, zogen die Amerikaner die Reissleine. Laut Syngenta wurden zuletzt 433 Franken je Aktie inklusive Barzuschlag von den Amerikanern geboten.

«Mack wird schnell liefern müssen»

«Der Druck auf das Management wird wachsen», sagte Analyst John Klein von der Berenberg Bank in London, «Mack wird mit seiner Strategie liefern müssen, und zwar schnell.»

Insbesondere sieht der CEO sich einer Aktionärsbasis gegenüber, die zum Teil den Zusammenschluss mit Monsanto befürwortet hatte. Das Unternehmen aus Basel will nun beweisen, dass es mit Hilfe seiner langfristig angelegten Produktpipeline und den positiven Ergebnissen im ersten Halbjahr auch ohne Partner in den USA auf dem Agrarchemiemarkt erfolgreich sein wird.

Tipp für Anleger

Der Analyst Andrew Benson von Citi in London rät den Anlegern von Syngenta nun, das Management auf seine Fähigkeit und dessen Chancen zur Schaffung von Werten hin zu überprüfen. Nächstes wichtiges Datum auf diesem Weg ist der Investorentag am 16. September. Der geplante Verkauf einer Tochter für Blumensamen könne Anlass sein, die gesamte Strategie abzuklopfen und gegebenenfalls anzupassen, sagte Benson.

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«Seit Jahren steht das Management unter Druck, nachdem es Enttäuschungen beim Wachstum und der Marge gegeben hat. In den letzten Wochen hat sich allerdings gezeigt, dass das Management ziemlich sattelfest ist», sagte Analyst Klein.

(bloomberg/dbe/ama)