Eine Beschränkung der Bohrtiefe würde laut Voser «nichts bringen». Auch ein Verbot von Tiefseebohrungen lehnt er im Interview mit der «Handelszeitung» entschieden ab: «Die Technologie der Tiefseebohrung ist heute sehr weit entwickelt und wird seit Jahrzehnten angewendet.» Unfälle könnten dennoch nicht ausgeschlossen werden. «Unser Geschäft ist nicht risikofrei», sagt der Chef der weltgrössten Energiefirma.

Die Risiken werden gemäss Voser auch in Zukunft kaum kleiner, denn die Welt brauche Energie: «Wir können nicht von heute auf morgen aufhören zu bohren», so Voser. «Inzwischen müssen wir in immer harschere Klimazonen vordringen. Und wir müssen immer tiefer bohren.» Diese neuen Herausforderungen lassen sich laut Voser jedoch meistern: «Wir sind eine Industrie, die rasch lernt und gut zusammenarbeitet.»

Der Unfall der Konkurrentin BP lässt Shell nicht unberührt. «Shell hat wegen des Vorfalls ihre Vorkehrungen weltweit überprüft», sagt Voser. An der Zusammenarbeit mit Transocean hält der Energiekonzern fest. Die seit kurzem an der Schweizer Börse kotierte Ölbohrfirma hatte im Namen von BP die gesunkene Ölplattform betrieben und erhält auch von Shell viele Aufträge.

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Voser rechnet damit, dass die Ölpreise langfristig weiter zulegen. «Die Nachfrage nach Öl wird schneller steigen als das Angebot.»