Die UBS knüpft mit überzeugenden Ergebnissen an die bislang vorteilhaft verlaufene Berichtssaison an und beflügelt europaweit die Bankaktien. Der entsprechende Stoxx-Subindex legt 0,7 Prozent zu.

Am Schweizer Aktienmarkt sind neben der UBS (+3,9 Prozent) die CS (+1,2 Prozent) und Julius Bär (+2,1 Prozent) die deutlichen Gewinner. Zwischenzeitlich hatte die UBS-Aktie sogar um weit über 5 Prozent zugelegt und allein für rund 30 Pluspunkte im Index gesorgt.

Das von der UBS für das erste Quartal vorgelegte Ergebnis liegt sowohl beim Vorsteuergewinn als auch beim Konzernergebnis über den Konsensschätzungen. Bei der Nettoneugeldentwicklung konnten die Markterwartungen sogar sehr deutlich übertroffen werden. Die Firmenverantwortlichen geben sich auch für die Zukunft vorsichtig optimistisch.

Der UBS flossen von Januar bis März netto 22,3 Milliarden Franken an Neugeldern zu, verglichen mit 7,1 Milliarden im vierten Quartal 2010, wie die Bank mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit knapp 11 Milliarden gerechnet.

Asien, Schwellenländer, einige Superreiche

Konzernchef Oswald Grübel zeigte sich erfreut, denn die Geldzuflüsse zeigten, dass "uns die Kunden wieder ihr Vertrauen schenken". Die existenzbedrohenden Verluste in der Finanzkrise und der Steuerstreit in den USA hatten in den Jahren 2008 und 2009 zu massiven Geldabflüssen von 226 und 147 Milliarden Franken geführt.

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Im dritten Quartal 2010 waren die Neugelder erstmals wieder höher als die Abflüsse gewesen. Der Aufschwung setzte sich nun in der Vermögensverwaltung fort, wo die Nettoneugelder gegenüber dem Schlussquartal von praktisch null auf 11,1 Milliarden Franken gestiegen sind.

Vor allem Privatkunden aus Asien und Schwellenländern brachten Gelder zur Bank, ebenso einige Superreiche. In Europa dagegen verzeichnete die UBS wegen des Drucks auf das Bankgeheimnis weitere Geldabflüsse im grenzüberschreitenden Geschäft.

Höhere Erträge insbesondere bei Investmentbank

Das Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäft konnte die Nettoneugelder gegenüber dem Schlussquartal 2010 von 1,1 Milliarden auf 2,2 Milliarden Franken verdoppeln. In Amerika erhöhten sich die Nettoneugelder der Vermögensverwaltung auf 3,6 Milliarden.

Stark expandierte auch das weltweite Asset Management, die Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden. Die Nettoneugelder kletterten hier von 1,0 Milliarden auf 5,6 Milliarden Franken. Die gesamten von der UBS verwalteten Vermögen stiegen um zwei Prozent auf 2,198 Billionen Franken. Belastend wirkte dabei der schwache Dollar, werden doch viele Anlagen in der US-Währung gehalten.

Unter dem Strich lag der Quartalsgewinn mit 1,8 Milliarden Franken um 7 Prozent über dem vorangegangenen Quartal, aber um 18 Prozent unter dem ersten Quartal 2010. Höhere Erträge erzielte insbesondere die Investmentbank, die den Vorsteuergewinn gegenüber dem Schlussquartal 2010 von 100 Millionen auf 835 Millionen Franken steigerte. Anfang 2010 hatte die schwankungsanfällige Sparte aber noch einen Gewinn von 1,2 Milliarden Franken erwirtschaftet.

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Umzugsdrohung bleibt

Zum Ergebnisausblick blieb die Bank vage. Sie zeigte sich zuversichtlich, erneut einen "guten Neugeldzufluss" zu erzielen. In einer Telefonkonferenz erklärte Finanzchef John Cryan, das Ziel, bis 2014 einen Vorsteuer-Jahresgewinn von 15 Milliarden Franken zu erreichen, bleibe unverändert.

Die Bank kläre aber ab, welche strategischen und organisatorischen Konsequenzen sie aus den vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen gegen das Problem zu grosser Banken ziehen solle.

Konzernchef Grübel hatte bereits früher mit dem Umzug gedroht, Teile der Bank - die 2008 noch von der Eidgenossenschaft und der Schweizerischen Nationalbank gerettet worden war - ins Ausland zu verlagern.

(tno/cms/sda/awp)