Die beim europäischen Banken-Stresstest aufgetretenen Kapitallöcher rufen die Ratingagentur Moody's auf den Plan. Moody's senkte die Bonitätsnoten der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) und prüft die Ratings von vier weiteren Banken auf eine Herabstufung, wie die Bonitätswächter am Donnerstag mitteilte. Für einige der Banken könnte es schwierig werden, die Kapitallöcher zu schliessen und die Gläubiger müssten möglicherweise bluten, begründete Moody's die Entscheidung.

Den Gesundheitscheck der Europäischen Zentralbank hatten 25 Banken in der Euro-Zone nicht bestanden. 14 Banken haben nach Daten der EU-Bankenaufsicht EBA noch Kapitallücken zu schliessen, die übrigen haben ihre Kapitaldecke schon ausreichend aufgebessert.

Auch Monte dei Paschi im Visier

Die ÖVAG hatte schon vor der Veröffentlichung der Ergebnisse ihre Abwicklung angekündigt. Das Spitzeninstitut der österreichischen Volksbanken wies den Aufsehern zufolge Ende September eine Kapitallücke von 0,86 Milliarden Euro auf. Wegen der Kapitallücke und der Abwicklungspläne senkte Moody's mehrere Bonitätsnoten um zwei Stufen und prüft eine weitere Herabstufung.

Ratings der irischen Permanent TSB, der portugiesischen Banco Comercial Portugues, der italienischen Banken Monte dei Paschi di Siena und Carige prüft Moody's auf eine Herabstufung. Bei der Krisenbank Monte dei Paschi hatte sich mit 2,1 Milliarden Euro die grösste Kapitallücke aufgetan. Ihre Aktien sind auf Talfahrt, allein am Donnerstag fielen sie um sieben Prozent auf 0,68 Euro.

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Banca Popolare di Milano wird nicht abgestuft

Dagegen bestätigte Moody's die Ratings der italienischen Banca Popolare di Milano, die den Gesundheitscheck ebenfalls nicht bestanden hatte. Sie müsse derzeit keine zusätzlichen Massnahmen zur Stärkung ihres Kapitals ergreifen, begründete Moody's die Entscheidung.

(reuters/gku)