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Nach Toner nun Teigwaren: Brack.ch erweitert Sortiment

Nach Toner nun Teigwaren: Brack.ch erweitert Sortiment
Brack.ch: Bald mit Produkten aus dem Food-Bereich. zvg

Brack.ch steigt ins Food-Geschäft ein. Der Online-Fachhändler wählt dafür ein Konzept, das der Stossrichtung von US-Riese Amazon ähnelt. Die Konkurrenz hat eine klare Meinung zu den Plänen.

Von Andreas Güntert
2017-11-08

Drohnen und Toner, Computermäuse und Notebooks: Mit einem Sortiment von über 150'000 Artikeln aus der IT- und Unterhaltungselektronik hat sich Brack.ch einen Namen in der hiesigen Online-Szene gemacht. Und hält damit auch eine Topposition in der Hitliste der umsatzstärksten E-Commerce-Händler der Schweiz.

Jetzt beschreitet Brack.ch neues Terrain. Der Aargauer Online-Fachhändler wagt eine Food-Offensive. Erste Pläne sind gediehen, eine Führungsperson ist verpflichtet, die Eckwerte des Sortiments definiert, bestätigt der Chef, Markus Mahler: «Brack.ch baut 2018 ein Lebensmittelsortiment in der Grösse von etwa 2000 Artikeln auf.»

Mit 2000 Produkten

Gemäss Mahler wird der Start ins Online-Food-Geschäft im ersten Halbjahr 2018 erfolgen. Dabei hält sich die Firma vom logistisch heiklen Geschäft mit frischen oder gekühlten Lebensmitteln fern. Stattdessen beschränken sich die Aargauer auf problemlos haltbare Artikel wie Teigwaren, Konserven, Zerealien, Getränke oder Schokolade. Die 2000 Produkte werden wohl nur der Anfang sein, lässt Mahler durchblicken: «Im Kern wird das Sortiment starke Marken umfassen, dazu gehen wir jetzt auf die einzelnen Brands zu. In einem zweiten Schritt kann das Sortiment breiter und tiefer werden.»

Ein Kernsortiment aus gut halt- und lagerbaren Lebensmitteln: Das gemahnt an das Pantry-Sortiment von Amazon. Mit diesem Angebot entert der US-Handelsriese in der Regel neue Märkte und testet so die Akzeptanz seiner Dienstleistung. Experten gehen davon aus, dass Amazon solche Pläne auch für die Schweiz hegt. Sie werten den Brack.ch-Push als vorauseilende Gegenmassnahme.

«Kein Anti-Amazon-Reflex»

Mahler sieht dies anders: «Das ist kein Anti-Amazon-Reflex. Sondern ein Schritt in einen Markt, in dem wir etwas bewegen können.» Tatsächlich ist der Markt für Online-Lebensmittel gegenwärtig noch sehr viel schwächer entwickelt als der gesamte Detailhandelsmarkt.

Mahler sieht den Einstieg ins Lebensmittelgeschäft als weitere Schritte eines Weges, den man bereits eingeschlagen habe: «Wir waren bisher schon in Sparten wie Tier-, Kinder- und Sportlernahrung aktiv. Die Ausweitung des Food-Sortiments ist die logische Fortsetzung davon.» Als Positionierungsmerkmal will der Online-Champion nicht übliche Werte wie Tiefstpreise oder Liefergeschwindigkeit propagieren. Mahler stellt die Bequemlichkeit für die bestehende Community in den Vordergrund: «Unsere Kunden können so neben den bisherigen Artikeln gleich auch Lebensmittel bestellen. Das läuft alles nebeneinander über unser Lager in Willisau.»

Chefin kommt von Danone

Zwar ist der Brack.ch-Chef kein Neuling im Food-Geschäft. Neben seiner Position beim Schweizer Online-Spezialisten ist er auch Präsident der Mägenwiler Biowaren-Handelsfirma Mahler & Co. Für den Lebensmittel-Push bei Brack.ch hat Mahler nun aber eine Spezialistin verpflichtet. Die Leitung der neuen Food-Sparte übernimmt Patricia Zwyssig, die vormals für den französischen Lebensmittel-Multi Danone tätig war.

Bei der Konkurrenz nimmt man die Ankündigung von Brack.ch wohlwollend auf. Weil es helfe, dem heute noch schwach entwickelten Bereich Online-Food mehr Akzeptanz zu verschaffen, sagt Roman Hartmann, Co-Gründer und -Chef des Online-Hofladens Farmy.ch: «Neue Anbieter auf unserem Gebiet entfachen eine Werbewirkung für die ganze Kategorie.» Noch deutlicher wird Dominique Locher. Der langjährige Chef der Migros-Tochter LeShop, der das Unternehmen im August verlassen hatte und heute unter anderem für den russischen Online-Riesen Ozon.ru tätig ist: «Grossartig, wenn Brack.ch Dampf macht. Jeder neue Anbieter hilft, das Thema zu pushen.»

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