Die Zuger Kantonalbank (ZGKB) zahlt unrechtmässig eingenommene Gelder aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft an ihre Kunden zurück. Die Rückzahlung ist die Folge eines Bundesgerichtsurteils, wonach sogenannte Retrozessionen den Kunden zustehen und nicht den Vermögensverwaltern.

Die betroffenen Kunden würden bis Ende September informiert und bräuchten von sich aus nichts zu unternehmen, sagte Bankchef Pascal Niquille zur Nachrichtenagentur sda.

Alle potenziell berechtigten Kunden wurden bereits diese Woche schriftlich über die Fakten informiert. In den kommenden Monaten klärt die Zuger Kantonalbank ab, wie viele Kunden anspruchsberechtigt sind.

Derzeit rechnet die ZGKB mit Rückzahlungen in der Höhe von 4,1 Millionen Franken. Sie hat dafür eine Rückstellung über den entsprechenden Betrag gebildet, wie die Bank bei der Präsentation der Jahreszahlen 2012 bekanntgab.

Dritter Fall

Die Richter in Lausanne hatten im Oktober einen früheren Grundsatzentscheid auf die Banken ausgeweitet. Demnach stehen die Retrozessionen nicht den Vermögensverwaltern, sondern den Kunden zu. Retrozessionen sind Entgelte, die beispielsweise Fondsanbieter den Vermögensverwaltern für die Abwicklung von Kundenaufträgen zahlen.

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Vor der Zuger Kantonalbank hatten bereits die Schwyzer Kantonalbank sowie die Migros Bank angekündigt, die gemäss Bundesgerichtsurteil unrechtmässig kassierten Retrozessionen von sich aus an die betroffenen Kunden zurückzuzahlen.

(chb/muv/sda)