Nach der Migros Bank reagiert nun auch die Schwyzer Kantonalbank auf das Bundesgerichtsurteil vom Oktober 2012. Sie zahlt ihren Vermögensverwaltungs-Kunden die Retrozessionen zurück. Diese Provisionen stehen gemäss Urteil den Kunden zu und nicht der Bank.

Retrozessionen sind Entgelte, die Vermögensverwalter bei der Abwicklung von Kundenaufträgen erhalten. Dazu gehören etwa Provisionen, die bei der Bevorzugung gewisser Bank-Produkte an die Vermögensverwalter ausgezahlt werden.

Im Oktober 2012 entschied das Bundesgericht, dass die Vermögensverwalter die Retrozessionen künftig nicht mehr behalten dürfen, sondern die Gelder an die Kunden weiterleiten müssen. Wenn die Bank mit ihrem Anlageentscheid etwas verdiene, entstehe ein Interessenskonflikt, argumentierten die Richter.

Nur Kunden mit Vermögensverwaltungs-Mandat

Die Schwyzer Kantonalbank ist die zweite Bank, die diesen Entscheid umsetzt und ihren Kunden Geld zurückzahlt. Wie die Bank am Mittwoch mitteilte, wurden bereits alle betroffenen Kunden mit Vermögensverwaltungs-Mandat per Brief darüber informiert.

Nicht profitieren von der Rückzahlung werden normale Depot-Kunden, da juristisch nicht abschliessend geklärt ist, ob diese ebenfalls Anspruch auf die Retrozessionen haben. Bis jetzt liegt vom Bundesgericht kein Grundsatzentscheid dazu vor.

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(chb/rcv/sda)