Das Berner Oberland zählt zu den bekanntesten und renommiertesten Feriendestinationen des Alpenbogens. Der Wohnungsmarkt steht daher im Banne der Nachfrage nach Zweitwohnungen. Für die gestiegene Wohnraumnachfrage sind jedoch auch die im Tourismus Beschäftigten verantwortlich, deren Zahl dank des spürbaren Fremdenverkehraufschwungs markant zugenommen hat.

Thun profitiert als Tor zum Berner Oberland ebenfalls von der guten Tourismuskonjunktur. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Zentrum entwickelt und verfügt nicht nur dank ihrer Rolle als natürliches Zentrum des Oberlandes über eine hohe Wohnortattraktivität. Der Anziehungskraft von Thun erliegen auch viele Pendler mit Arbeitsort in der Stadt Bern. Im Gegensatz zur Bundesstadt oder den meisten anderen Berner Regionen, welche mehr oder weniger mit einer Bevölkerungsstagnation Vorlieb nehmen müssen, verzeichnet die ehemalige Garnisonsstadt einen anhaltenden Strom von Zuwanderern. Die Neuzuzüger schätzen die kurze Fahrdistanz nach Bern, den See und die Oberländer Berge. Letztlich manifes-tiert sich die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum darin, dass in der Stadt Thun nur wenige Wohnungen leer stehen. Der schweizweite Wohnbauboom der letzten Jahre hat die Region Thun nur am Rande erfasst. Insofern hat sich die Zahl der Wohnungen auch nur moderat ausgeweitet. Die Leerstandsquote in der Region Thun liegt daher seit mehreren Jahren unverändert bei tiefen 0,4%. In der Stadt Thun selber schwankt die Leerstandsziffer trotz erhöhter Bautätigkeit noch immer um die Schwelle von 0,2%. Im Moment ist die Bautätigkeit auf einem mehrjährigen Hoch angelangt, sodass eine gewisse Entspannung nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte.

Breites Tourismusangebot

Ausserhalb der Region Thun wird der Wohnungsmarkt des Berner Oberlandes wesentlich vom Tourismus geprägt. Wenige Regionen der Schweiz verfügen über eine solche Dichte von Tourismusdestinationen wie das Berner Oberland. Dabei beschränkt sich das Angebot nicht nur auf typische Wintersportdestinationen, sondern umfasst ebenso Orte an den Ufern von Brienzer- und Thunersee, die sich stärker am Sommertourismus orientieren. Interlaken hat sich als Alpenstadt gar als Ganzjahresdestination etabliert. Damit verfügt das Berner Oberland über ein sehr breites Tourismusangebot, dessen Bekanntheitsgrad dank dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau, der Top-Destination Gstaad sowie dem Lauberhornrennen nur von wenigen Regionen übertroffen wird. Die Tourismusdestinationen des Berner Oberlands liegen dabei sehr zentral und haben darum breitere Einzugsgebiete innerhalb der Schweiz als vergleichbare Destinationen im Wallis oder in Graubünden. So erstaunt es nicht, dass der Anteil der Zweitwohnungen in den bekannten Tourismus destinationen Grindelwald, Adelboden, Lauterbrunnen-Wengen-Mürren, Hasliberg und Lenk mehr als 50% ausmacht, in Kandersteg und Gstaad liegt der Anteil nur geringfügig darunter.

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Nicht wenige Häuser und Wohnungen im Berner Oberland sind allerdings in die Jahre gekommen und verfügen nicht mehr über einen zeitgemässen Ausbaustandard. Dennoch bewegen sich die Preise auf hohem Niveau, nicht zuletzt wegen des hohen Nachfragedrucks aus dem Ausland. In Gstaad und Grindelwald, den Top-Tourismusdestinationen, muss im Mittel mit Quadratmeterpreisen von 12000 Fr. bzw. 10000 Fr. gerechnet werden. In Wengen oder Adelboden sind rund 6000 Fr. zu veranschlagen. Wie auf einer Perlenschnur sind die Tourismusorte zwischen Gstaad und Grindelwald aufgereiht, deren Preise für Eigentumswohnungen sich spürbar von den anderen Gemeinden des Berner Oberlandes abheben.